Wirtschaft

Kampf um Seltene Erden China macht Hoffnung

erde.jpg

(Foto: REUTERS)

Seltene Erden sind die Grundlage der Hightech-Industrie - und deshalb heiß begehrt. Seit Monaten stehen China als größter Produzent und die USA sowie Japan und die EU auf Kriegsfuß. Streitpunkt sind etwaige Exportbeschränkungen Pekings. China versucht nun, die Wogen zu glätten.

Die aufstrebende Wirtschaftsmacht China macht im Rohstoffstreit rund um die Seltenen Erden einen Schritt auf die großen Industrienationen zu. "Wir haben nicht die Absicht, den Export Seltener Erden einzuschränken", sagte Ministerpräsident Wen Jiabao. Seltene Erden sind für die Technologiebranche unersetzliche Rohstoffe.

Seltene Erden sind 17 chemische Elemente, die etwa benötigt werden, um Computer, Mobiltelefone, Batterien oder Flachbildschirme zu fertigen. Sie kommen auch in Windanlagen, Raketen, Elektroautos und vielen weiteren Gütern zum Einsatz. Bisher entfallen zwischen 90 und 95 Prozent der weltweiten Förderung auf China, das damit ein Quasimonopol besitzt.

BDI kritisiert leise

China kontrolliert etwa 97 Prozent der Weltproduktion der Seltenen Erden. Die EU, die USA und Japan werfen der Regierung in Peking vor, illegal die Exporte niedrig zu halten, um der heimischen Industrie Vorteile zu verschaffen, und haben die Welthandelsorganisation (WTO) eingeschaltet. China weist die Vorwürfe zurück und hat erklärt, die Kontrollen dienten dazu, die Umwelt und Vorräte zu schonen.  

Der Vorsitzende des Ausschusses Rohstoffpolitik des Bundesverbands der Deutschen Industrie (BDI), Ulrich Grillo, äußerte indes die Sorge, dass der Seltene-Erden-Markt zunehmend vom chinesischen Staat kontrolliert wird. "Es ist nicht in unserem Interesse, uns den WTO-Klagen anzuschließen", sagte Grillo. Aber Marktverzerrungen müssten angegangen werden. Die deutschen Unternehmen seien zur Hilfe bereit, um Umweltproblemen bei der Förderung Seltener Erden zu lösen

China bleibt am Ruder

China hatte erst in der Vorwoche die Exportquoten leicht angehoben: Die Ausfuhrobergrenze wird dadurch um 2,7 Prozent auf 30.996 Tonnen steigen. Es war der erste Anstieg seit 2005.

2011 lag die Ausfuhrobergrenze Seltener Erden aus China bei 30.184 Tonnen. Es wurden jedoch auf legalem Weg nur 16.900 Tonnen exportiert, wie staatliche chinesische Medien berichtet hatten. China selbst hatte 2011 etwa 83.000 Tonnen der Rohstoffe verarbeitet.

Quelle: ntv.de, bad/rts/AFP