Wirtschaft

Dienstleister beginnen zu zweifeln China verliert an Fahrt

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Entwürfe für die neue Wirklichkeit: Werbung in der Pekinger U-Bahn.

(Foto: AP)

Unerwartet schwache Daten aus dem chinesischen Dienstleistungssektor zeichnen ein ungewohntes Bild: Nach Industrie und Export schwächt sich die starke Dynamik auch in Bereichen wie Transport, Bau und Einzelhandel deutlich ab. Mit China beginnt ein weiteres wichtiges Standbein der Weltwirtschaft zu zittern.

Die Abkühlung der chinesischen Wirtschaft setzt sich fort: Erneut ist ein Konjunkturbarometer im November unter eine wichtige Marke gerutscht. Der Einkaufsmanager-Index (PMI) für das nichtverarbeitende Gewerbe sei auf 49,7 Punkte gefallen, meldete die staatliche Nachrichenagentur Xinhua. Der viel beachtete Index lag damit unter der Marke von 50 Punkten, ab der ein Rückgang signalisiert wird.

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Industrie, Export und Dienstleister kühlen ab: Leicht zu lenken ist eine solche Wirtschaft nicht.

(Foto: REUTERS)

Im Vergleich zum Vormonat sei der Frühindikator zur Entwicklung im Dienstleistungssektor damit stark gefallen, schrieb Xinhua unter Berufung auf den chinesischen Einkaufs- und Logistikverband CFLP. Der Index ging von 57,7 auf 49,7 Prozentpunkte zurück. Der Vorlaufindikator wird durch eine Umfrage unter rund 1200 chinesischen Unternehmen in Branchen wie Transport, Baugewerbe, Einzelhandel oder Software erhoben.

Unter anderem habe die flaue Nachfrage in der heimischen Bauindustrie den Index belastet, zitierte die Agentur den Vizepräsidenten der CFLP, Cai Jin. Die Zentralregierung in Peking versucht seit diesem Frühjahr, mit einer Reihe von administrativen Maßnahmen den punktuell überhitzten Immobilienmarkt abzukühlen. Kaufbeschränkungen für die Bürger und eine Verknappung der Hypotheken setzen die Baufirmen des Landes derzeit unter Druck. Dazu sei im November noch ein saisonaler Konsumrückgang gekommen.

Vor drei Tagen war bereits bekannt geworden, dass auch der Index für Chinas Industrie schrumpft im November auf 49 Punkte abgesackt war. Die sinkende Nachfrage in der Eurozone und aus den USA machen zudem Chinas Industrie schrumpft . Chinas Wachstumsrate war im dritten Quartal auf 9,1 Prozent gesunken, von 9,5 Prozent im zweiten und 9,7 Prozent im ersten Quartal.

Gemeinsam mit den nun veröffentlichten Daten zum Dienstleistungssektor ist damit nun klar, dass allen wichtigen Sektoren der chinesischen Wirtschaft die erste Abschwächung seit mehreren Jahren droht.

Die chinesische Notenbank hatte am 30. November bereits mit einem wichtigen Schwenk in Richtung auf eine expansivere Geldpolitik auf diesen Trend reagiert. Sie senkte erstmals seit drei Jahren die Mindestreserve-Anforderungen für die großen Geschäftsbanken des Landes um 0,5 Punkte auf 21 Prozent.

Quelle: n-tv.de, dpa

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06.06.09