Wirtschaft

Kein Geld für die Euro-Rettung China verweigert Hilfen

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Mangelndes Verständnis auf Seiten der Europäer?

(Foto: REUTERS)

Die Rettung des Euro und die Stabilisierung der Eurozone muss ohne die Unterstützung der Chinesen gelingen. Peking hat offenbar Mühe, seine gewaltigen Währungsreserven kurzfristig umzulenken.

Die Euro-Länder können im Kampf gegen die Schuldenkrise nicht damit rechnen, dass China mit seinen 3,2 Billionen Dollar Devisenreserven zu Hilfe kommt. Die Forderung, China sollte Europa retten, sei nicht ausgereift, sagte Chinas stellvertretende Außenministerin Fu Ying.

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Kein Geld für Europa: Fu Ying, hier bei einem Athen-Besuch im Frühjahr.

(Foto: REUTERS)

Die Europäer hätten vielleicht missverstanden, wie China mit seinen Reserven umgehe. Sie schloss zwar ausdrücklich nicht aus, dass ihr Land einen Teil der Reserven für gezieltere Maßnahmen einsetzen könnte. Fu machte aber klar, dass China keinen großen Anteil des eigenen Geldes einsetzen wird, um den Euro-Ländern zu helfen.

Die Volksrepublik besitzt mit umgerechnet 2,35 Billionen Euro die weltweit größten Devisenreserven. Das gewaltige Vermögen ist eine direkte Folge der niedrigen Lohnkosten vor Ort. Zahlreiche Konzerne aus den USA und Europa hatten in den vergangenen Jahren Teile ihrer Produktion nach China verlagert. Die stark angeschwollene Exportleistung spült große Mengen an Dollar und Euro in das Land.

China hält einen großen Teil seines Geldes in bargeldähnlichen Investitionen für heimische Notfälle vor. Ein weiterer Löwenanteil ist langfristig in Anlagen investiert.

Diese Mittel lassen sich nicht ohne weiteres auslösen. Ein schlagartiger Verkauf in großen Volumina würde erhebliche Verschiebungen an den internationalen Finanzmärkten auslösen. Dadurch ist nur ein recht kleiner Anteil der Reserven sofort verfügbar. Experten zufolge beläuft sich der jährliche Spielraum auf etwa 100 Mrd. Dollar.

Quelle: n-tv.de, rts

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