Wirtschaft

Erträge steigen kräftig Chinas Firmen aus dem Tal

Die chinesische Industrie ist wieder in die Gewinnzone zurückgekehrt. Nach Angaben des nationalen Statistikamts in Peking stiegen die landesweiten Erträge von Januar bis November binnen Jahresfrist um 7,8 Prozent.

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Blick auf die Millionenstadt Chongqing.

(Foto: AP)

Damit verbesserte sich die Lage für die Firmen insbesondere ab dem Sommer deutlich: Noch in den ersten acht Monaten waren die Gewinne um mehr als zehn Prozent gesunken. Vor allem bei Rohstoff- und Energiefirmen legten die Erträge deutlich zu. Aber auch Privatunternehmen und ausländische Firmen konnten ihren Profit kräftig steigern.

Experten schreiben einen Teil des Gewinnanstiegs zwar den niedrigen Vergleichswerten aus dem Vorjahr zu. "Wir können aber nicht ignorieren, dass die Wachstumsraten seit April wieder angezogen haben", sagte Gao Shanwen von Essence Securities. Das Wirtschaftswachstum in China dürfte in diesem Jahr bei mehr als acht Prozent liegen.

Neuer Börsengang

Ministerpräsident Wen Jiabao äußerte sich zudem verhalten zuversichtlich für 2010: Zwar sei es zu früh, um die staatlichen Konjunkturstützen zurückzufahren. Dennoch müssten die Verantwortlichen auf die steigenden Immobilienpreise und Inflationsgefahren achten.

Die kräftige Belebung der chinesischen Wirtschaft hat unter anderem auch die Kurse an den Aktienmärkten in die Höhe getrieben. Das hat zahlreiche Unternehmen an die Börse gelockt. Am Dienstag sollen die Aktien des Bahnkonzerns CNR erstmals in Shanghai gehandelt werden, wie das Unternehmen mitteilte. CNR, das neben China South Locomotive & Rolling Stock zu den größten Zugherstellern Chinas gehört, hatte umgerechnet rund 1,4 Milliarden Euro bei Investoren eingesammelt und steht damit an vierter Stelle der größten chinesischen Börsengänge in diesem Jahr.

Bauern verdienen mehr

Unterdessen haben die chinesischen Bauern im zu Ende gehenden Jahr offiziellen Angaben zufolge ein Durchschnittseinkommen noch nie gekannter Höhe erzielt. Pro Kopf habe jeder Landwirt 5000 Yuan (rund 509 Euro) eingenommen; das seien mehr als sechs Prozent mehr als im vergangenen Jahr, berichtete die staatliche Nachrichtenagentur Xinhua unter Berufung auf eine Erklärung der Regierung anlässlich einer Konferenz über Regionalpolitik.

Ein Grund für das gestiegene Einkommen der Bauern seien die Überweisungen der Wanderarbeiter an die Verwandten daheim. Die Nachfrage nach Wanderarbeitern in Fabriken und auf Baustellen habe im Laufe des Jahres wieder angezogen. Zu Beginn 2009 hatten fast 20 Millionen Wanderarbeiter in China wegen der Wirtschaftskrise ihren Job verloren. Bis September fanden nach offiziellen Angaben 96 Prozent von ihnen aber eine neue Stelle. In China gibt es demnach insgesamt 225 Millionen Wanderarbeiter.

Die gestiegenen Einkommen auf dem Lande seien eine "wichtige Bedingung" für die Binnennachfrage, schrieb Xinhua. Die Regierung hatte aus diesem Grund erst Anfang Dezember angekündigt, die Zuschüsse für Landwirte für den Kauf von Haushaltsgeräten auch im kommenden Jahr zu zahlen.

Quelle: ntv.de, wne/rts/AFP