Wirtschaft

Wachstumsschwäche wird ignoriert Chinas Stahlwerke arbeiten volle Pulle

Die derzeitige Konjunkturschwäche in China geht scheinbar an den dortigen Stahlwerken vorbei. Sie produzieren ohne jegliche Einschränkungen. Allerdings entsteht durch die Überproduktion ein wachsender Preisdruck.

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Stahlarbeiter in Qingdao.

(Foto: picture-alliance/ dpa)

Trotz des stockenden Aufschwungs laufen Chinas Stahl werke derzeit auf vollen Touren. Anfang Mai produzierten die größten Hütten des Landes durchschnittlich 1,8 Millionen Tonnen Rohstahl pro Tag. Das ist ein Rekordwert, wie der chinesische Eisen- und Stahlverband mitteilte.

Die chronische Überproduktion drückt zugleich aber auf die Preise, die im ersten Quartal auf das niedrigste Niveau seit 20 Jahren sanken. Brancheninsider erwarten daher eine Fusionswelle.

Eine staatliche Kampagne gegen Umweltverschmutzung in den von Smog geplagten Ballungszentren führt unterdessen dazu, dass die Hütten höhere Kosten für Umweltauflagen schultern müssen. Hunderte klamme Werke stehen am Rande des Ruins, auch weil Kredite nicht mehr so leicht zu erhalten sind.

Stotternder Konjunkturmotor

Allein in der ostchinesischen Stahlhochburg Tangshan könnte der Ausstoß binnen zwei Jahren um 80 Millionen Tonnen sinken, schätzt der Industrievertreter Zhao Xizi. Bereits in diesem Jahr soll nach staatlichen Plänen in ganz China ein Volumen von 27 Millionen Tonnen aus dem Markt verschwinden. Zum Vergleich: Im Vorjahr wurden im Reich der Mitte insgesamt 779 Millionen Tonnen Stahl produziert.

Der Konjunkturmotor in China läuft seit einiger Zeit nicht mehr rund. Das Bruttoinlandsprodukt war zuletzt mit 7,4 Prozent so gering gewachsen wie seit anderthalb Jahren nicht mehr.

Quelle: ntv.de, wne/rts