Wirtschaft

"Eingesperrt in alle Ewigkeit" Chodorkowski macht sich Luft

Michail Chodorkowski glaubt nicht mehr daran, jemals wieder auf freien Fuß zu kommen. Putin wolle ihn "bis in alle Ewigkeit" einsperren", sagt der inhaftierte Ex-Ölmagnat in einem Interview. Chodorkowski ist enttäuscht von Präsident Medwedew und beteuert erneut, nie nach politischer Macht gestrebt zu haben.

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Ein anderes Leben ist kaum mehr vollstellbar: Michail Chodorkowski.

(Foto: dapd)

Der inhaftierte Ex-Ölunternehmer Michail Chodorkowski hat in seinem ersten Interview seit seiner erneuten Verurteilung die russische Regierung scharf kritisiert. Ministerpräsident Wladimir Putin wolle ihn "bis in alle Ewigkeit" einsperren, sagte Chodorkowski der "Süddeutschen Zeitung" und drei weiteren ausländischen Zeitungen. Offenbar wolle Putin ihn im Gefängnis behalten, da dessen Herrschaft schwach sei und ein Stoß genüge, um sie zum Einsturz zu bringen.

Chodorkowski zeigte sich zudem enttäuscht von Präsident Dmitri Medwedew. Dieser habe das Urteil eines "abhängigen Gerichtes" gebilligt und trage persönlich die Verantwortung für ein Scheitern der Justizreform. Medwedew sei zwar ein "politischer Pragmatiker" mit Idealen, doch habe er seine Versprechen nicht eingelöst. Chodorkowski war mit seinem früheren Geschäftspartner Platon Lebedew Ende Dezember wegen Diebstahls und Geldwäsche zu 14 Jahren Haft verurteilt worden. Der Kreml-Kritiker könnte nach Anrechnung eines früheren Urteils 2017 aus dem Gefängnis freikommen.

Er selbst könne sich seine Freilassung kaum noch vorstellen, sagte Chodorkowski in dem Interview. Sollte er tatsächlich entlassen werden, werde er sich sozialen Zielen widmen, aber nicht als Unternehmer tätig sein. Politische Macht habe ihn nie interessiert, allerdings habe er aus seiner Abneigung gegen die autoritäre Tendenz nie einen Hehl gemacht und die Opposition unterstützt. Unter Präsident Boris Jelzin sei das kein Problem gewesen, für Putin aber offenbar nicht hinnehmbar.

Quelle: ntv.de, sla/AFP

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