Wirtschaft

Faule Hypothekenpapiere Citigroup steht vor Milliardenvergleich

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Die Citigroup will sich mit den US-Behörden gut stellen.

(Foto: picture alliance / dpa)

Die Sünden der Vergangenheit kommen auch der Citigroup teuer zu stehen. Das US-Geldhaus muss wohl im Hypothekenstreit mindestens fünf Milliarden Dollar Strafe zahlen. Einen langwierigen Prozess wollte sich die Citigroup ersparen.

Die Citigroup steht womöglich im Skandal um mutmaßliche Verkäufe von Schmuddelhypotheken vor einer milliardenschweren Einigung mit dem US-Justizministerium. Die US-Großbank dürfte mindestens 4 Milliarden US-Dollar zahlen, um eine Klage der Bundesbehörden abzuwenden, hieß es aus informierten Kreisen. Ein entsprechender Vergleich könnte bereits Anfang nächster Woche bekanntgegeben werden.

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Noch Mitte Juni waren die Fronten verhärtet. Die Citigroup hatte den Aufsehern angeboten, im Rahmen eines Vergleichs rund 4 Milliarden Dollar zu zahlen. Das US-Justizministerium aber forderte eine Summe von knapp 10 Milliarden Dollar und drohte mit einer Klage, sollte die Citigroup keine höheren Zugeständnisse machen.
Wie die Insider sagen, hielt die Bank die von den Aufsehern verlangte Summe für zu hoch. Sie habe argumentiert, dass ihr Verhalten beim Verkauf von Hypotheken vor der Finanzkrise eine derart hohe Strafe nicht rechtfertige.

Im November hatte bereits die Bank JP Morgan Chase einer Zahlung von 13 Milliarden Dollar an die US-Behörden zugestimmt. Sie hatte aber vor der Finanzkrise wesentlich mehr Hypothekenpapiere gebündelt und verkauft. Die Citigroup war deshalb der Ansicht, dass sie es verdiene, deutlich weniger zu zahlen.

Furcht vor langem Prozess

Die nun ausgehandelte Vergleichssumme liegt über 4 Milliarden Dollar. Es ist aber unklar, wie viel die Citigroup am Ende tatsächlich zahlen wird. Analysten rechneten bisher mit einem Vergleich von maximal 5 Milliarden Dollar.

Einige Großinvestoren, die eine Strafe von 10 Milliarden für exzessiv und unbegründet hielten, schlugen laut Insidern vor, die Citigroup solle es auf eine Klage ankommen lassen. Hinter vorgehaltener Hand aber sagten Vorstände der Citigroup, sie fürchteten sich vor einem langwierigen und teuren Prozess, der selbst bei einem Sieg für die Bank zu einem PR-Debakel werden könnte.

Zudem versucht die Citigroup, sich grundsätzlich mit den Behörden gut zu stellen, nachdem die US-Zentralbank Federal Reserve vergangenes Jahr während der sogenannten Kapital-Stresstests den Wunsch der Bank nach einer Dividendenerhöhung und neuen Aktienrückkäufen abgeschmettert hatte. Die Fed ist an den Verhandlungen zum Hypothekenskandal nicht beteiligt.

Reserven gebildet

Bei den Ermittlungen gegen die Citigroup geht es um Hypothekengeschäfte vor der Finanzkrise 2008. US-Justizminister Eric Holder hat gesagt, er wolle diesen Fall und eine Handvoll weiterer Verfahren gegen Banken dringend lösen, bevor er aus dem Amt ausscheide. Mitarbeiter sagen, er könnte seinen Posten nach den amerikanischen Parlamentswahlen im November niederlegen.

Anwälte des Justizministeriums haben der Citigroup in Verhandlungen vorgeworfen, dass ihre Hypothekenpapiere schlechter abgeschnitten haben als die Papiere anderer Banken. Die Citigroup bestreitet das.

Laut Analystenschätzungen hat die Citigroup Reserven von rund 2 bis 4 Milliarden Dollar gebildet, um Rechtskosten bezahlen zu können. Die Gesamtstrafe in einem Vergleich wird jedoch wahrscheinlich eine Kombination aus Bargeld und "Verbraucherhilfen" sein, bei denen die Bank die Hypotheken für einige Hausbesitzer anpasst.

Quelle: n-tv.de, wne/DJ