Wirtschaft

Kahlschlag in ganz Deutschland Commerzbank streicht 5200 Jobs

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Die Commerzbank baut bis 2016 über 5000 Arbeitsplätze ab. Kündigungen soll es aber nicht geben.

(Foto: picture alliance / dpa)

Die Commerzbank baut in den nächsten Jahren massiv Arbeitsplätze in Deutschland ab. Im gesamten Konzern fallen 5200 Stellen weg, in den Filialen fast jede Siebte. Trotzdem will der Konzern auf Kündigungen verzichten – zumindest vorläufig.

Die Commerzbank will in den nächsten dreieinhalb Jahren rund 5200 Stellen abbauen. Das ist fast jede achte der 45.000 Vollzeitstellen im Konzern. "Unser Ziel ist es, den Stellenabbau in vollem Umfang ohne betriebsbedingte Beendigungskündigungen zu realisieren", sagte Personalvorstand Ulrich Sieber. Ein Teil sei bereits Anfang des Jahres beschlossen worden, über die noch ausstehenden 3900 Stellen sei jetzt eine Vereinbarung mit dem Betriebsrat erzielt worden.

Im deutschen Kerngeschäft fallen 3900 Stellen weg, zugleich sollen durch Investitionen rund 1000 an anderer Stelle neu geschaffen werden, um die Wettbewerbsfähigkeit und Ertragskraft der Bank zu sichern - etwa in der profitablen Mittelstandsbank. Im Filialgeschäft betrifft der Stellenabbau allein 1800 der 12.000 Mitarbeiter – fast jeder Siebte muss gehen. Der ursprünglich bis Ende 2014 zugesagte Ausschluss betriebsbedingter Kündigungen wird bei Erreichen vereinbarter Abbauziele bis 2016 verlängert.

Die Gewerkschaft Verdi kritisierte den Stellenabbau scharf. "Personalabbau und Zukunftsfähigkeit passen nicht zusammen", erklärte Verdi-Bundesvorstandsmitglied Beate Mensch in Berlin. Dies gelte vor allem, wenn Kunden gewonnen und die Qualität des Services verbessert werden sollten.

Altersteilzeit und Abfindungen statt Kündigungen

Die Bank hatte für den Abbau von 4000 bis 6000 Stellen 500 Mio. Euro reserviert. Mit der Einigung dürfte sie im Budget bleiben. Mit den Streichungen soll das lahmende Privatkundengeschäft in den 1200 Filialen dauerhaft wieder profitabel gemacht werden. Zugleich will die Commerzbank Milliarden für Investitionen freischaufeln, etwa um die IT zu modernisieren. Die Commerzbank hat sich vorgenommen, bis 2016 eine Million Kunden zu gewinnen; zurzeit sind es elf Millionen.

Der Betriebsrat und der Commerzbank-Vorstand hatten nur über die Zukunft der rund 41.000 Mitarbeiter in der AG in Deutschland verhandelt. Für die Hypothekenbank Frankfurt (früher Eurohypo) hatte man sich bereits Anfang des Jahres auf den Abbau von 500 Stellen geeinigt - das ist die halbe Belegschaft. Im Ausland und bei einigen Tochterfirmen haben die Arbeitnehmervertreter nichts mitzureden.

Unternehmen und Betriebsrat hatten in der vergangenen Woche fünf Tage lang über die Details gefeilscht. Die Vereinbarungen für die einzelnen Bereiche umfassen nach Verdi-Angaben rund tausend Seiten. Kündigungen soll es nur als letztes Mittel geben. Wenn bestimmte Etappenziele erreicht werden, verzichtet die Bank ganz auf Kündigungen, hieß es. Altersteilzeit, Prämien für freiwillige Kündigungen und Abfindungen beim Wechsel zu einer anderen Bank sollen Entlassungen verhindern.

Quelle: n-tv.de, dpa

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