Wirtschaft

Auch deutsche Firmen betroffen Computervirus Stuxnet greift an

Das Computer-Virus Stuxnet befällt auch mehrere Industrieanlagen in Deutschland. 15 Siemens-Kunden entdecken den Schädling in ihren Anlagen, fünf davon haben ihren Sitz in Deutschland. Der Virus kann jedoch mit Hilfe von Siemens unschädlich gemacht werden. Das Ziel von Stuxnet sind nicht PC sondern Anlagen oder industrielle Prozesse.

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Siemens muss seine Kunden gegen die Virus-Attacke verteidigen.

(Foto: dpa)

Der Computer-Virus Stuxnet hat einem Zeitungsbericht zufolge auch vor deutschen Firmen keinen Halt gemacht. Stuxnet habe vor allem Industrie-Anlagen wie Kraftwerke oder Chemie-Fabriken in Deutschland befallen, berichtete die "Süddeutsche Zeitung".

15 Kunden von Siemens hätten den Virus in ihren Anlagen entdeckt und dem Konzern gemeldet, fünf dieser Kunden hätten ihren Firmensitz in Deutschland. Ein Unternehmenssprecher bestätigte die Angaben, wollte aber nicht sagen, ob die Anlagen der deutschen Kunden auch in Deutschland stehen, oder ob die Kunden nur im Inland ihren Firmensitz haben.

Für die Atomkraftwerke der beiden deutschen Energieriesen RWE und E.ON stellte Stuxnet keine Gefahr dar: "Wir sind nicht betroffen gewesen", sagten Sprecher der beiden Konzerne. Sie verwiesen mit Blick auf die AKW darauf, dass diese autark seien und mit einem in sich geschlossenen IT-System betrieben würden. Wegen der scharfen Sicherheitsbestimmungen sei es auch nicht möglich, USB-Sticks in die Werke mitzunehmen. Diese Datenspeicher sind für Experten der wahrscheinlichste Weg der Übertragung.

Siemens zufolge macht der Virus den Kunden des Münchener Konzerns mittlerweile keine Probleme mehr. "Uns sind von Kunden vor etwa vier Wochen 15 Fälle gemeldet worden, seitdem wurden keine neuen Fälle angezeigt", sagte ein Sprecher. Die Sicherheitslücke sei vor Wochen geschlossen worden, als zusammen mit Microsoft ein Programm (Patch) angefertigt wurde, das den Virus unschädlich machen solle. Mit Schadenersatzforderungen werde nicht gerechnet.

Gezielter Angriff auf Industrie

Stuxnet ist einer der ersten Computerviren, die gezielt für Angriffe auf Industrieprogramme erstellt wurden. Der Virus dringt nach Einschätzung von Software-Experten in die Systeme zur Überwachung von Automatisierungsprozessen ein, die in zahlreichen Branchen von der Lebensmittelindustrie über die Chemiebranche bis hin zur Energieerzeugung eingesetzt werden. Wer hinter der Virus-Attacke steckt, ist bislang nicht geklärt. Vor wenigen Tagen erst hatte der Iran gemeldet, dass das erste iranische AKW Buschehr erst mit mehrmonatiger Verspätung Strom liefern werde, als möglicher Grund für die Probleme wurde auf Stuxnet verwiesen.

Quelle: n-tv.de, rts