Wirtschaft

Übernahme durch Hans Rudolf Wöhrl? Condor lockt Interessenten an

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Der Flugunternehmer Hans Rudolf Wöhrl interessiert sich für den Ferienflieger Condor.

(Foto: picture alliance / dpa)

Die Fluglinie Condor weckt Interesse in der Reisebranche: Der Flugunternehmer Hans Rudolf Wöhrl will Condor übernehmen, falls der angeschlagene Mutterkonzern Thomas Cook den Ferienflieger verkaufen will. Doch genauer will sich Wöhrl nicht in die Karten schauen lassen.

Der Flugunternehmer Hans Rudolf Wöhrl hat Interesse an einer Übernahme des Ferienfliegers Condor. "Wenn das Thema akut wird, stehen wir zur Verfügung", sagte Wöhrl der "Süddeutschen Zeitung". Die Condor-Muttergesellschaft Thomas Cook prüft derzeit einen Verkauf der Fluggesellschaft.

Wöhrl sagte, es habe noch keine Gespräche mit dem Reisekonzern gegeben. Er rechnet damit, dass Thomas Cook "mehr als 300 Mio. Euro fordern wird, da Condor hohe liquide Mittel hat." Wieviel er zu zahlen bereit wäre, lässt Wöhrl aber offen. "Was man wirklich zahlen kann, lässt sich erst nach einer genauen Analyse sagen."

Vor einigen Monaten wollte Wöhrl selbst Air Berlin kaufen. "Wir hätten mit unserer Beteiligungsfirma Intro und einer Investorengruppe gerne Air Berlin übernommen", sagte der Unternehmer. Man habe angeboten, 220 Mio. Euro frisches Kapital in die zweitgrößte deutsche Fluggesellschaft zu schießen, wenn man im Gegenzug 52 Prozent der Anteile erhalten hätte. Die anderen Air-Berlin-Gesellschafter hätten stattdessen jedoch Etihad Airways aus Abu Dhabi als Partner an Bord geholt. "Sie hatten wohl Angst, dass ihre Anteile verwässert werden", vermutet Wöhrl als Grund für die Ablehnung seines Angebots.

Die Condor-Muttergesellschaft Thomas Cook kämpft seit mehr als einem Jahr mit den Folgen der Unruhen in Nordafrika und ist durch die Revolutionen im arabischen Raum in Zahlungsschwierigkeiten geraten. Im November musste das Unternehmen mit einer Finanzspritze seiner Gläubiger über Wasser gehalten werden. Europas zweitgrößter Reiseveranstalter verhandelt derzeit mit seinen Banken über eine Verlängerung der Rückzahlungsfristen von Krediten und prüft laut Medienberichten auch den Verkauf seines Frankreich-Geschäfts. Thomas Cook ist in Deutschland unter anderem mit den Marken Neckermann Reisen, Öger Tours und der Fluglinie Condor vertreten.

Quelle: ntv.de, rts