Wirtschaft

GM-Zündschloss-Skandal Continental droht Ungemach

AP0902120948.jpg

(Foto: picture alliance / dpa)

General Motors sieht sich wegen defekter Zündschlösser Klagen gegenüber. Nun gerät in diesem Zusammenhang der deutsche Zulieferer Continental in den Fokus. Grund ist ein angeblicher Fehler am Airbag-System.

Der Autozulieferer Continental könnte in den juristischen Streit über einen Zündschlossdefekt von General Motors (GM) hineingezogen werden. In einer bei einem Bundesgericht in Kalifornien eingereichten Klage wird erstmals eine US-Tochter des Dax-Konzerns genannt.

Hintergrund ist ein Defekt in GM-Fahrzeugen: Stößt der Fahrer etwa an den Zündschalter, geht unter Umständen der Motor aus. Auch Servolenkung, Bremskraftverstärker und Airbags funktionieren dann nicht mehr. Der Fehler wird mit 13 Todesfällen in Verbindung gebracht. 2,6 Millionen Fahrzeuge der Opel-Mutter wurden zurückgerufen.

Nach Darstellung der Kläger stellte Continental Airbag-Systeme für die zurückgerufenen Autos her. Demnach gehören dazu auch Sensoren, die bestimmen sollen, ob und wann ein Airbag bei einem Unfall aufgeblasen wird. Das System von Continental sei fehlerhaft, weil es sich ausschalte, wenn der Zündschlüssel in andere Position gebracht werde, heißt es in der Klageschrift.

Der Anwalt Adam Levitt erklärte, Continental habe anscheinend bereits im Jahr 2005 von dem Fehler gewusst. Damals habe es ein Treffen mit GM gegeben, um nach einem Unfall zu ermitteln. Continental habe weder seine Airbags überarbeitet noch die zuständige Behörde oder die Öffentlichkeit gewarnt, erklärte der Jurist.

Auch Delphi verklagt

Die Niedersachsen gaben dazu bislang keine Stellungnahme ab. Eine Sprecherin hatte in der vergangenen Woche gesagt, es sei in der Branche weltweit üblich, dass Airbags bei ausgeschalteter Zündung nicht ausgelöst würden.

Continental ist nicht der erste Zulieferer, der von Gerichtsverfahren betroffen ist. Auch der Hersteller des Zündschalters, Delphi Automotive, ist verklagt worden. Viele Kläger werfen GM vor, von dem Problem mehr als ein Jahrzehnt gewusst zu haben. Der Autobauer habe damit Verletzungen in Kauf genommen. Außerdem hätten sie Verluste erlitten, weil der Wiederverkaufswert der betroffenen Autos gesunken sei.

Quelle: ntv.de, wne/rts