Wirtschaft

Elektro-Antrieb für Smart und Twingo Daimler schraubt mit Renault

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Elektromobilität: Es geht um Gewicht, Kosten, Reichweite, Stückzahlen und Marktanteile.

(Foto: REUTERS)

Im Rennen um abgasfreie Stadtfahrzeuge für die Metropolen der Zukunft schließen deutsche und ein französische Autobauer ein grenzüberschreitendes Bündnis: Die Elektrifizierung ihrer beiden Kleinwagen-Modelle Smart und Twingo wollen Daimler und Renault künftig gemeinsam vorantreiben.

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Links der Entwickler, rechts der Fahrer: Daimler-Manager Thomas Weber befragt Rennfahrer Michael Schumacher zu seinen Ansichten (Archivbild).

(Foto: picture alliance / dpa)

Die beiden Autohersteller Daimler und Renault haben im Rahmen ihrer Zusammenarbeit bei Kleinwagen eine Arbeitsteilung bei Elektroautos vereinbart.

"Renault liefert für den Smart und den Twingo den Elektromotor, wir entwickeln und produzieren für beide Modelle die Batterie", sagte Daimler-Forschungs- und Entwicklungsvorstand Thomas Weber der "Stuttgarter Zeitung".

Daneben steht der Stuttgarter Autohersteller nach Angaben des Daimler-Vorstands kurz vor der Bildung einer Allianz zur Produktion von Elektromotoren.

Daimler weiter auf der Suche

"Wir suchen nach einem Partner, der zusätzliches Knowhow in der Elektrik und Elektronik einbringt und der die notwendige wirtschaftliche Schlagkraft hat, um das Projekt mit uns anzugehen", sagte Weber.

"Wir können uns vorstellen, die Elektromotoren gemeinsam auch an andere Autohersteller zu verkaufen um damit auf höhere Stückzahlen zu kommen. Dieser Auswahlprozess läuft gerade. In den nächsten Wochen wird die Entscheidung fallen", sagte Weber.

Elektroautos gelten als vielversprechende, umweltschonendere Alternative zu herkömmlichen Verbrennungsmotoren und werden von einer ganzen Reihe Anbietern entwickelt.

Doch während die E-Wagen auf großen Automessen einen immer größeren Stellenwert haben, sind sie auf den Straßen erst selten zu sehen. Ganze 541 Neuzulassungen hat das Flensburger Kraftfahrt-Bundesamt im vergangenen Jahr gezählt. Die vergleichsweise geringe Reichweite, das hohe Fahrzeuggewicht und der hohe Preis bereiten der Branche Kopfzerbrechen.

Elektrisch zum Genfer Auto-Salon?

Das neue Elektro-Bündnis dürfte auch die Fachbesucher auf dem 81. Automobilsalon in Genf elektrisieren. Dort werden ab kommendem Donnerstag rund 170 Welt- und Europapremieren vorgestellt. Bis zum 13. März werden etwa 260 Aussteller aus 31 Ländern sowie über 700.000 Besucher erwartet. Nach Angaben der Veranstalter soll die Messe ganz im Zeichen der sich erholenden Autokonjunktur stehen.

Doch neben Modellen mit herkömmlichen Verbrennungsmotoren nehmen Elektromobile und alternative Antriebe auch am Genfer Automobilsalon immer mehr Platz ein. Den abgasfreien Fahrzeugen ist traditionell der "Grüne Pavillon" vorbehalten.

Dieser Pavillon, einst als Alibi verspottet, hat sich in den vergangenen Jahren beachtlich entwickelt. In diesem Jahr sind es 36 Aussteller, die ihre Alternativ-Fahrzeuge im "Grünen Pavillon" präsentieren werden. Darunter sind rund 20 Welt- und Europa-Premieren.

Ausgestellt werden die Fahrzeuge auf einer Fläche von 80.000 Quadratmetern. Die Nachfrage der Autobauer für den diesjährigen Automobilsalon sei so groß gewesen, dass das Messezentrum schon jetzt zu klein sei, freuten sich die Organisatoren.

Quelle: n-tv.de, dpa/rts

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