Wirtschaft

Aktienpaket im Milliardenwert Daimler steigt bei EADS aus

merc.jpg

Daimler will sich aufs Kerngeschäft, die Automobilproduktion konzentrieren.

(Foto: picture alliance / dpa)

Über Nacht zieht sich Daimler aus dem EADS-Konzern zurück. Sein Aktienpaket wird dann institutionellen Anlegern angeboten. Der Autokonzern will Milliarden erlösen und die Summe in sein Kerngeschäft investieren. Der Ausstieg des Dax-Unternehmens ist Teil des Umbaus des europäischen Rüstungs- und Raumfahrtkonzerns.

Daimler steigt mit dem Verkauf eines milliardenschweren Aktienpaketes endgültig beim Flugzeug- und Rüstungskonzern EADS aus. Früher als erwartet wirft der Stuttgarter Autobauer 61,1 Millionen EADS-Aktien im Wert von gut 2,2 Mrd. Euro auf den Markt und bietet sie über Nacht institutionellen Investoren zum Kauf an, wie Daimler mitteilte. Der mit schwachen Absatzzahlen in Europa und China kämpfende Autohersteller will den Milliardenerlös in sein Kerngeschäft stecken und sichert damit seine Dividendenfähigkeit.

"Wir werden den Erlös der Veräußerung in das globale Wachstum unserer Geschäftsfelder und den Ausbau unserer technologischen Spitzenposition investieren", sagte Daimler-Finanzvorstand Bodo Uebber. Daimler war im Jahr 2000 eines der Gründungsunternehmen von EADS, Herzstück des deutsch-französischen Unternehmens ist der Flugzeugbauer Airbus.

EADS greift selbst zu

Zuletzt hatte der französische Medienkonzern Lagardere ein Aktienpaket von 7,4 Prozent an EADS versilbert, einen Teil der Papiere schnappte sich EADS gleich selbst. Auch aus dem Bestand von Daimler will sich der Konzern bedienen: EADS selbst wolle Aktien für rund 600 Mio. Euro kaufen, teilte der Autobauer mit. Die Transaktionen sind Teil der Konzernreform, auf die sich die staatlichen und privaten EADS-Eigner nach der gescheiterten Fusion mit dem britischen Rüstungskonzern BAE Systems Ende vergangenen Jahres geeinigt hatten.

Mit dem Umbau der Aktionärsstruktur will EADS künftig unabhängiger von der Politik werden, EADS war häufig Anlass für Gezänk zwischen den Regierungen beiderseits des Rheins. Deutschland und Frankreich sollen künftig Aktienpakete über je zwölf Prozent halten, Spanien reduzierte jüngst seinen Anteil um 1,15 Prozentpunkte auf vier Prozent. 

Kräftiges Kursplus

Daimler hatte angekündigt, seine restlichen Anteile an EADS ab Juli abzutreten. Die begleitenden Banken verzichteten nach Angaben des Unternehmens nun jedoch auf die Einhaltung der entsprechenden Sperrklauseln, zu denen sich Daimler im Dezember verpflichtet hatte. Die Preisfestsetzung für die zum Kauf angebotenen Aktien soll am Mittwoch erfolgen. Finanzkreisen zufolge wurden die Papiere am Dienstagabend in einer Spanne von 36,20 bis 37 Euro offeriert. Mit den Banken Goldman Sachs und Morgan Stanley sei eine Barabwicklung vereinbart worden: Diese ermögliche Daimler bis zum Jahresende 2013 an einem möglichen Kursanstieg der EADS-Aktie teilzuhaben.

Die Beteiligung an EADS hatte Daimler immer wieder hohe Verluste eingebrockt, bei Investoren hatten sich die Schwaben damit zudem immer wieder Kritik wegen der Produktion von militärischen Gütern eingehandelt. Seit Jahresbeginn ist der Aktienkurs von EADS kräftig gestiegen: Anfang Januar wurden die EADS-Papiere zu 30 Euro gehandelt, am Dienstag gingen sie mit 37,20 aus dem Handel.

Quelle: n-tv.de, rts