Wirtschaft

Saab-Kampfjet ärgert die Franzosen Dassault bedrängt die Schweiz

RTXA0F7.jpg

Getestet, aber ein bisschen teuer: Die Entscheidung gegen die Rafale steht eigentlich längst fest.

(Foto: REUTERS)

Seit Jahren suchen die Schweizer das passende Kampfflugzeug zur Verteidigung des Luftraums über den Alpen. Eine eigene Flugzeugindustrie besitzt das Land nicht. Die Militärs testen deshalb die besten Modelle aus dem Ausland. Der Zuschlag geht schließlich an die Schweden. Paris ist entrüstet. Mit ihrem "Rafale" wollen die Franzosen nicht so einfach aufgeben.

RTR20YQM.jpg

Die Gripen gefällt den Schweizern besser.

(Foto: REUTERS)

Der Streit um die Beschaffung neuer Kampfjets für die Schweizer Luftwaffe geht in die nächste Runde. Medienberichten zufolge will der unterlegene französische Anbieter Dassault das von der Schweizer Regierung bereits akzeptierte Angebot des schwedischen Rüstungskonzern Saab erneut unterbieten.

Die Schweizer Regierung hatte sich Ende November 2011 nach langjährigem Streit für den Kauf von 22 Maschinen des Typs "JAS-39 Gripen" für 3,4 Mrd. Franken (2,8 Mrd. Euro) entschieden. Ein Hauptargument für den Kauf des kleineren schwedischen Jets aus dem Haus des Flugzeugbauers Saab war der Kaufpreis. Der liegt im Vergleich zu den leistungsfähigeren Mitbewerbern Dassault "Rafale" und dem "Eurofighter" von EADS deutlich unter dem Niveau der Konkurrenz.

Hier wollen die Franzosen offenbar erneut ansetzen. Doch von neuen Konditionen zum Kauf der französischen Jets war im Schweizer Verteidigungsministeriums (VBS) zunächst nichts bekannt. Ein offizielles neues Angebot sei noch nicht eingegangen, sagte eine VBS-Sprecherin auf Anfrage.

Einflussnahme per Post?

Laut den Berichten im Zürcher "Tages-Anzeiger" und der Schweizer "Sonntagszeitung" hat sich Dassault per Brief an die Sicherheitskommission des Schweizer Parlaments gewandt. In dem Schreiben sollen sich die Franzosen beschwert haben, nicht die Gelegenheit für eine Gegenofferte erhalten zu haben.

In dem Brief soll sich Dassault nun auch bereiterklärt haben, der Schweiz 18 Kampfjets zum sehr günstigen Paketpreis von 2,7 Mrd. Franken zu überlassen. Das ursprüngliche Angebot sah den Verkauf von 22 Flugzeugen im Wert von 4 Mrd. Franken vor.

Hauptargument der Franzosen ist, dass die 18 Rafale Jets immer noch leistungsfähiger seien als 22 Jets des schwedischen Typs. Hintergrund des verspäteten Vorstoßes ist der besondere Druck, der auf der französischen Rüstungsindustrie lastet: Auf der Suche nach einem Exportkunden für die Rafale ist Dassault bislang leer ausgegangen. Im Dezember hatte der französische Verteidigungsminister bereits das vorzeitige Ende der Rafale-Produktion angedeutet.

In den militärischen Planungen der Schweiz sollen die neuen Kampfflugzeuge - egal ob Eurofighter, Rafale oder Gripen - so bald wie möglich die veraltete Flotte von 56 Jets des Typs F-5 "Tiger" ersetzen, die die Schweiz in den 70ern und 80er beschafft hatte. Hersteller dieser Maschinen ist der US-Rüstungskonzerns Sparpolitik krempelt Rüstung um . Eine Entscheidung für ein Nachfolgemodell aus den USA kam für die Schweizer offenbar überhaupt nicht in Frage.

Quelle: n-tv.de, mmo/rts