Wirtschaft

Paukenschlag an der Wall Street Dell vor dem Rückzug

dell.jpg

Dell: Wie lange gibt es den Namen noch an der Wall Street?

(Foto: REUTERS)

Dell leidet stark unter dem schwächelnden PC-Markt und der wachsenden Konkurrenz durch Smartphones und Tablets. An der Börse ist der einstige Weltmarktführer noch knapp 19 Mrd. Dollar wert. Nun will der Konzern offenbar die Reißleine ziehen - und sich selbst verkaufen. Gespräche mit Finanzinvestoren sollen bereits laufen. Der Clou: Dells Börsenabschied.

Der schwächelnde Computermarkt trifft Dell hart. Einem Medienbericht zufolge führt der einstige Weltmarktführer deshalb mit Investoren Gespräche über einen Verkauf des Unternehmens und einen Rückzug von der Börse. Der Konzern verhandele darüber mit zumindest zwei Finanzinvestoren, berichtete Bloomberg TV unter Berufung auf zwei mit der Sache vertrauten Personen. Die Gespräche seien aber noch in einem frühen Stadium und es gebe noch keine gesicherte Finanzierung.

Ein Hindernis könne sein, dass die Investmentfirmen möglicherweise die notwendige Finanzierung nicht organisieren könnten oder keine Lösung für einen späteren Ausstieg finden, schrieb Bloomberg weiter.

Dell erklärte dazu lediglich, das Unternehmen äußere sich nicht zu Gerüchten oder Spekulationen. Die zuletzt arg gebeutelte Dell-Aktie wurde zunächst kurzzeitig vom Handel ausgesetzt und lag zu Handelsende 13 Prozent im Plus. Auch mit diesem Kurssprung verlor die Aktie innerhalb des vergangenen Jahres immer noch mehr als ein Fünftel ihres Werts. Vor dem Tagesplus war Dell an der Börse mit rund 19 Mrd. Dollar bewertet.

Umsatz- und Gewinneinbruch

Bei Dell bröckelt - wie auch bei den Weltmarktführern Hewlett Packard und Lenovo - das Geschäft mit den Verbrauchern weg, da diese zunehmend Smartphones und Tablet-Computer den angestammten PCs vorziehen. Zugleich zögern Unternehmen bei Neuanschaffungen. Dells Nettogewinn brach im Quartal um fast die Hälfte auf 475 Mio. Dollar ein. Der Umsatz sackte um elf Prozent auf 13,7 Mrd. Dollar ab.

Dazu trug auch die weltweite Konjunkturflaute bei. Dell verlor dabei auch Marktanteile. Die Prognose für das Weihnachtsquartal war ebenfalls verhalten. Dell hatte angekündigt, sich künftig verstärkt auf Produkte und Dienstleistungen für Unternehmen zu konzentrieren. Doch wann deren Investitionen wieder anziehen, ist unklar.

Michael Dell - der Gründer, der 2007 angesichts geschäftlicher Probleme wieder an die Firmenspitze zurückkehrte - hält etwa 15,7 Prozent der Anteile. Das große Aktienpaket macht einen Übernahmedeal einfacher.

Quelle: ntv.de, rts/dpa

ntv.de Dienste
Software
Social Networks
Newsletter
Ich möchte gerne Nachrichten und redaktionelle Artikel von der n-tv Nachrichtenfernsehen GmbH per E-Mail erhalten.
Nicht mehr anzeigen