Wirtschaft

Wohnungsgigant vor IPO Deutsche Annington lockt Anleger

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Immobilienriese Deutsche Annington strebt an die Börse

(Foto: picture alliance / dpa)

In der Immobilienbranche steht der nächste Börsengang an. Nach der LEG Immobilien AG wagt sich nun der Riese Deutsche Annington aufs Parket. Die Papiere sollen zwischen 18 und 21 Euro kosten. Das Unternehmen will mit dem Erlös seine Schulden reduzieren.

Vom Immobilienriese Deutsche Annington sollen bis zu 57 Millionen Aktien und damit gut ein Viertel der Gesellschaft angeboten werden. Die Erstnotiz an der Frankfurter Wertpapierbörse ist für den 3. Juli vorgesehen, wie das Unternehmen mitteilte. Mit dem Gang aufs Parkett würden rund 1,1 Mrd. Euro eingesammelt – vorausgesetzt der Gesamterlös bewegt sich in der Mitte der Preisspanne. Damit käme die nach eigenen Angaben größte private Wohnimmobiliengesellschaft Deutschlands auf einen Börsenwert von 4,3 Milliarden Euro. Das Unternehmen verfügt über rund 180.000 Wohneinheiten im Wert von 10,4 Milliarden Euro.

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Investoren können die Aktien vom 20. Juni bis 2. Juli zum Stückpreis zwischen 18 und 21 Euro zeichnen. Das Unternehmen lockt Anleger damit, dass von 2014 an 70 Prozent des operativen Gewinns aus der Vermietung ausgeschüttet werden. Für das laufende Jahr soll die Dividende aber niedriger ausfallen.

Kandidat für den MDax

Rund 400 Millionen Euro aus dem Erlös des Börsengangs stammen aus einer Kapitalerhöhung. Mit dem Geld will das Unternehmen seine Schulden senken. Zudem machen die bisherigen Eigentümer, die Finanzinvestoren Terra Firma und CPI Capital Partners Europe, Kasse. Sie wollen zunächst 27,4 Millionen Anteile verkaufen und über eine Mehrzuteilungsoption weitere 7,4 Millionen Aktien. Damit würden sie rund 700 Millionen Euro kassieren.

Derzeit ist die Stimmung für Börsengänge von Immobilienunternehmen gut, die bei Investoren besonders gefragt sind. So hatte der Börsengang der LEG Immobilien AG im Februar 1,3 Milliarden Euro eingebracht. Das Unternehmen rückt künftig als sechstes Unternehmen der Branche in den MDax auf.

Die Deutsche Annington ist ebenfalls schon ein Kandidat für den Auswahlindex der mittelgroßen Werte MDax. Das Unternehmen ist seit 2001 im Geschäft, als es rund 65.000 Eisenbahner-Wohnungen des Bundes übernahm. Es beschäftigt den Angaben zufolge rund 2400 Mitarbeiter.

Im vergangenen Jahr hielt die Deutsche Annington das operativen Ergebnis (bereinigtes EBITDA) mit 477 Millionen Euro fast stabil. Unter dem Strich brach der Gewinn allerdings wegen hoher Finanzaufwendungen durch eine schwierige Refinanzierung um 60 Prozent auf rund 172 Millionen Euro ein.

Ex-Eon Chef Wulf Bernotat ist Chefaufseher

Bis Mitte Oktober muss das Unternehmen milliardenschwere Verbindlichkeiten refinanzieren. Dies ist dem Unternehmen zufolge gelungen, nachdem es zu Monatsbeginn ein unbesichertes Darlehen über 2,5 Milliarden Euro vor allem von den US-Banken JPMorgan und Morgan Stanley erhielt. Künftig will das Unternehmen für seine Finanzierung stärker internationale Investoren anlocken. Dafür plant es jenseits des klassischen Pfandbriefs nach eigenen Angaben als erste deutsche Wohnimmobiliengesellschaft auch die Ausgabe unbesicherter Anleihen. Es lässt sich dafür auch von Ratingagenturen prüfen.

Um Vertrauen zu gewinnen, hat sich das Unternehmen zudem einen prominenten Chefaufseher geholt. Der Aufsichtsrat wird vom früheren Eon-Chef Wulf Bernotat geleitet. Auf der anderen Seite hatte zuletzt Rolf Kleine das Unternehmen verlassen, in dem er für die politische Kommunikation zuständig war. Der langjähriger Politik-Korrespondent heuerte beim SPD-Kanzlerkandidaten Peer Steinbrück als dessen Sprecher an. Die Personalie hatte Aufhorchen lassen, da die SPD schließlich Pläne für eine Mietpreisbremse verspricht, die die Immobilienbranche strikt ablehnt.

Quelle: n-tv.de, jwu/dpa/rtr

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