Wirtschaft

Nachwehen des Kirch-Prozesses Deutsche-Bank-Chef angeklagt

Haben Jürgen Fitschen und vier weitere Ex-Führungskräfte der Deutschen Bank beim Kirch-Prozess falsche Angaben gemacht? Einem Bericht zufolge werden ihnen Anklageschriften zugestellt. Fitschen weist die Vorwürfe zurück.

Die Staatsanwaltschaft München hat einem Bericht der "Süddeutschen Zeitung" zufolge wegen versuchten Prozessbetrugs im Fall des mittlerweile verstorbenen Medienunternehmers Leo Kirch Anklage gegen Deutsche-Bank-Chef Jürgen Fitschen sowie vier seiner ehemaligen Vorstandskollegen erhoben. Da die Anklage den Betroffenen noch nicht zugestellt worden sei, werde sie von den Behörden aber noch nicht offiziell bestätigt, so das Blatt.

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Beschuldigt werden laut Bericht auch Fitschens Vorgänger Josef Ackermann und Rolf Breuer sowie die Ex-Vorstände Clemens Börsig und Tessen von Heydebreck. Ihnen werde vorgeworfen versucht zu haben, in dem von Kirch gegen die Deutsche Bank angestrengten Schadenersatzprozess die Justiz zu täuschen.

Alle Beschuldigten weisen die Vorwürfe zurück. Fitschen sagt seit geraumer Zeit, er habe "weder gelogen, noch betrogen". Die Vorwürfe gegen ihn wiegen weniger schwer als bei seinen Mitangeklagten. Fitschen soll Anwälte der Bank nicht davon abgehalten haben, im Fall Kirch falsch bei Gericht vorzutragen.

Prüfung durch Strafkammer

Vor der Anklageerhebung hatte das bayerische Justizministerium den Entwurf auf dem Tisch gehabt, aber offenbar keine Einwände erhoben. Die fünfte Strafkammer am Landgericht unter Vorsitz von Peter Noll muss nun prüfen, ob es zum Prozess kommt, und falls ja, gegen wen.

Kirch hatte noch zu Lebzeiten auf Schadenersatz in Milliardenhöhe geklagt, weil der damalige Deutsche-Bank-Chef Breuer in einem Interview die Kreditwürdigkeit von Kirchs Konzern angezweifelt hatte. Damit sei Breuer für die Pleite des Medienkonzerns verantwortlich, argumentierte die Kirch-Seite. Im Februar einigte sich die Deutsche Bank nach jahrelangem Rechtsstreit mit Kirchs Erben auf einen Vergleich in dreistelliger Millionenhöhe.

Quelle: n-tv.de, wne/AFP

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