Wirtschaft

"Der CDS-Markt war klar aufgeteilt" Deutsche Bank wieder angeklagt

db.jpg

Um die Deutsche Bank wird es nicht ruhiger.

(Foto: REUTERS)

Es geht um Credit Default Swaps: Der Markt dieser Kreditausfallversicherungen wird auf 27 Billionen Dollar geschätzt. Da wundert es nicht, dass es Absprachen zwischen Großbanken gegeben haben soll, zur Aufteilung dieses ertragsreichen Kuchens. Eine Sammelklage gegen zwölf Finanzinstitute will das beweisen.

Gegen die Deutsche Bank und elf weitere Geldhäuser wird in den USA erneut geklagt: Ein US-Pensionsfonds wirft den Großbanken vor, jahrelang den 27 Billionen Dollar schweren Markt für Kreditausfallversich erungen (CDS) manipuliert und so die Kosten für Investoren in die Höhe getrieben zu haben. Die Institute hätten jeglichen Wettbewerb verhindert, um sich Erträge zu sichern, heißt in der an einem Bezirksgericht im Bundesstaat Illinois eingereichten Klage. "Der CDS-Markt war klar aufgeteilt zwischen denen, die ihn kontrollieren und verzerren, und denjenigen, die sich fügen mussten", erklärte der Metallarbeiter-Pensionsfonds Sheet Metal Workers Local 33 Cleveland District Pension Plan, der eine Sammelklage anstrebt. Die Preise seien künstlich und nicht marktgerecht entstanden.

Deutsche Bank
Deutsche Bank 11,01

Die Aussichten der Sammelklage dürften von parallel laufenden Kartellrechtsuntersuchungen des US-Justizministeriums und der EU-Kommission abhängen. Sie gehen dem Vorwurf nach, die Banken hätten gemeinsame Sache gemacht, um einen Wettbewerb auf dem CDS-Markt zu verhindern. Mit Kreditausfallversicherungen sichern sich Investoren gegen die Zahlungsunfähigkeit von Unternehmen oder Ländern ab. Mit ihnen kann zudem auf die Bonität eines Schuldners gewettet und dieser damit in Bedrängnis gebracht werden, was CDS in Verruf gebracht hat. Banken haben als zwischengeschaltete Institutionen den Handel mit diesen Papieren ermöglicht.

Kein Einzelfall

Die Klage des Pensionsfonds richtet sich gegen Deutsche Bank, UBS, Credit Suisse, Barclays, Royal Bank of Scotland, HSBC, BNP Paribas, Bank of America, Citigroup, JP Morgan Chase, Goldman Sachs und Morgan Stanley. Die Institute äußerten sich zunächst nicht dazu oder waren nicht zu erreichen.

Die Deutsche Bank und zahlreiche weitere Geldhäuser müssen sich weltweit bereits wegen der mutmaßlichen Manipulation von Referenzzinssätzen wie den Libor und den Euribor verantworten. Händler der Institute sollen diese Zinsen verzerrt und dadurch Handelsgewinne eingestrichen haben.

UBS, Barclays und die Royal Bank of Scotland mussten bereits Strafen zahlen. Mit weiteren Vergleichen wird in den nächsten Monaten gerechnet.

Quelle: ntv.de, Karen Brettell, rts

ntv.de Dienste
Software
Newsletter
Ich möchte gerne Nachrichten und redaktionelle Artikel von der n-tv Nachrichtenfernsehen GmbH per E-Mail erhalten.