Wirtschaft

Megafusion geplatzt, Gewinn verdoppelt Deutsche Börse schüttet aus

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Reto Francioni (links) mit seinen Vorständen.

(Foto: dpa)

Obwohl der Zusammenschluss mit der Nyse Euronext nicht geklappt hat, blickt die Deutsche Börse dennoch auf ein erfolgreiches Geschäftsjahr 2011 zurück. So können die Aktionäre sich auf eine Sonderdividende freuen. Im Vergleich zu 2010 steigt der Überschuss um etwas mehr als das Doppelte.

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Deutsche-Börse-Chef Reto Francioni hat trotz des eine positive Bilanz des vergangenen Jahres gezogen. "2011 haben wir die besten Umsatzerlöse in der Unternehmensgeschichte nach dem Rekordjahr 2008 erzielt", sagte der Manager. Der Ausblick für 2012 sei positiv. Die Aktionäre von Deutschlands größtem Börsenbetreiber will Francioni auch mit einer Sonderdividende und einem Aktienrückkaufprogramm bei Laune halten.  

Im vergangenen Jahr hat die Deutsche Börse ihren Überschuss dank des regen Handels infolge der Euro-Krise mehr als verdoppelt auf 849 Millionen Euro. Im Jahr zuvor hatte der Konzern lediglich einen Gewinn von 418 Euro erzielt, unter anderem wegen hoher Abschreibungen auf die US-Derivatebörse ISE. Der Umsatz kletterte 2011 um sechs Prozent auf 2,23 Milliarden Euro. Mit beiden Kennzahlen schnitt der Konzern aus Eschborn bei Frankfurt allerdings etwas schlechter ab als von Analysten erwartet.      

Nach der geplatzten Fusion mit der Nyse Euronext, für deren Vorbereitung die Börse im abgelaufenen Jahr rund 80 Millionen Euro ausgab, will Francioni den Blick nun ausschließlich nach vorne richten. "Wir setzen nun unsere Wachstumsstrategie mit erhöhtem Tempo fort und greifen unregulierte und unbesicherte Märkte an, weiten unsere Führungsrolle bei Technologie und Marktdaten aus und streben weitere Partnerschaften mit Infrastrukturanbietern und Kunden in wachstumsstarken Bereichen und Regionen an", kündigte der Schweizer an.  

Barmittelausschüttung statt Fusion

Francioni hofft mit dem kräftigen Gewinnanstieg Kritikern wie der Deutschen-Bank-Fondstochter DWS den Wind aus den Segeln zu nehmen, die einen Neuanfang bei der Börse gefordert hatten. Er will die künftige Strategie des Unternehmens am Dienstag bei der Präsentation der Bilanz 2011 vorstellen. Der 56-Jährige hat bereits durchblicken lassen, dass er vorerst keine neuen Megadeals in Angriff nehmen, sondern die Position der Deutschen Börse in kleinen Schritten ausbauen will.       

Die Ratingagentur Standard & Poor's  (S&P) sieht die neue alte Strategie positiv. Der Konzern werde dank seiner breit gefächerten Umsatzbasis, der gesicherten Marktposition und der vom Management durchgesetzten Kostendisziplin weiter hohe Gewinne erzielen. S&P hatte dem Unternehmen nach der Ankündigung der Fusion mit der Nyse im Februar 2011 mit einer Senkung seines AA-Ratings gedroht, nun zog die US-Agentur diese Drohung zurück. "Wir bekräftigen unser Rating, weil wir glauben, dass die Deutsche Börse auch alleine gute Geschäftsperspektiven hat."        

Auch dem Aktienkurs der Börse hat das Aus der gut sieben Milliarden Dollar schweren Fusion bisher nicht geschadet. Seit der Absage der EU-Kommission am 1. Februar hat der Kurs rund drei Euro zugelegt. Nun dürfen sich die Aktionäre zudem über eine Dividende von 3,30 Euro freuen. Die reguläre Ausschüttung soll um zehn Cent auf 2,30 Euro steigen, zudem ist eine Sonderdividende von einem Euro geplant, wie der Dax-Konzern mitteilte. Darüber hinaus plant der Vorstand für das zweite Halbjahr 2012 Aktienrückkäufe im Umfang von bis zu 200 Millionen Euro.

Quelle: ntv.de, rts

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