Wirtschaft

Bei Kollaps der Eurozone Deutschland riskiert 1500 Mrd

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Bei einem Zusammenbruch der Eurozone droht Deutschland ein Schaden von mehr als der Hälfte seiner Wirtschaftsleistung.

(Foto: picture alliance / dpa)

Die Befürworter der Euro-Rettung bekommen ein gewichtiges Argument in die Hand: Wirtschaftsforscher rechnen bei einem Zusammenbruch der Eurozone mit Kosten von 1,5 Billionen Euro für Deutschland, mehr als die Hälfte seiner jährlichen Wirtschaftsleistung. Die deutsche Industrie verlangt daher einen Wachstumsschub.

Das Institut für Weltwirtschaft (IfW) in Kiel beziffert das finanzielle Risiko für Deutschland bei einem Zusammenbruch der Euro-Zone auf rund 1,5 Billionen Euro. Das entspräche einem potentiellen Schaden von rund 60 Prozent der deutschen Wirtschaftsleistung. "Was die Verschuldung betrifft, könnten wir schnell das heutige italienische Niveau erreichen", sagte IfW-Wissenschaftler Jens Boysen-Hogrefe dem "Spiegel". Allein die Bundesbank trägt Risiken von 700 Mrd. Euro, die sie als Auslandsschulden im Rahmen des Zahlungssystems der Europäischen Zentralbank angehäuft hat.

Zudem wären bis zu 100 Mrd. Euro verloren, die südeuropäischen Krisenländern im Rahmen der Euro-Rettung als Hilfspakete gegeben worden sind. Verluste von etlichen hundert Mrd. Euro müssten deutsche Banken verkraften , die Staatsanleihen von Euro-Ländern halten. Hinzu kommen Risiken von geschätzt 300 Mrd. Euro, die deutsche Versicherungen und Unternehmen im Rest der Euro-Zone eingegangen sind, und ein Verlust an Wirtschaftskraft durch den unweigerlich eintretenden Wachstumseinbruch bei einem Kollaps der Eurozone. Tragen müsste diese Lasten vor allem der deutsche Steuerzahler. Die deutsche Staatsschuld würde massiv steigen, weil der Staat Banken und Unternehmen vor dem Zusammenbruch retten müsste.

Der Bundesverband der Deutschen Industrie (BDI) warnt daher vor einem Auseinanderbrechen der Währungsunion. "Ein Scheitern der Euro-Zone hätte für Deutschland und seine Industrie die vergleichsweise größten Schäden", heißt es in einer internen Vorlage für das BDI-Präsidium. "Deutschland ist die bedeutendste und somit systemkritischste Volkswirtschaft in der Euro-Zone und der EU." In der Vorlage appelliert der BDI deshalb an die Bundesregierung, mehr für die Euro-Rettung zu tun und stellt zugleich Mithilfe in Aussicht. Die Euro-Zone brauche einen "Investitions- und Wachstumsschub, den deutsche Industrie und Politik gestalten müssen".

Quelle: ntv.de, hvg/DJ

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