Wirtschaft

Schnaps für die Schwellenländer Diageo schluckt Raki-Brenner

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Der Durst der Welt: Ein Drittel des Umsatzes kommt aus den Schwellenländern.

(Foto: picture-alliance / dpa/dpaweb)

Erst sind es nur Gerüchte, dann kommt die Bestätigung: Der Marktführer im weltweiten Spirituosengeschäft schluckt den führenden Raki-Hersteller Mey Icki. Mit dem Milliardeneinkauf in der Türkei verfolgen die Briten bei Diageo offenbar eine größere Strategie. Der weltgrößte Schnapsbrenner nimmt Kurs auf neue Wachstumsregionen.

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Diageo-Standort bei Glasgow in Schottland.

(Foto: REUTERS)

Der britische Getränkehersteller Diageo kauft den türkischen Raki-Produzenten Mey Icki. Der britische Weltmarktführer legt für die Nummer Eins am Bosporus eigenen Angaben zufolge umgerechnet 1,5 Mrd. Euro auf den Tisch. Mey Icki gehört den Beteiligungsgesellschaften TPG Capital LP und Actera. Das Geschäft soll in der zweiten Jahreshälfte abgeschlossen werden. Das "Wall Street Journal" hatte zuvor berichtet, in den Verhandlungen um eine Übernahme von Mey Icki sei von einem Kaufpreis von bis zu 2,5 Mrd. Dollar (1,82 Mrd. Euro) die Rede.

Mit der Übernahme sichert sich Diageo mit einem Schlag ein großes Vertriebsnetz im Wachstumsmarkt Türkei. Zudem bietet der türkische Markt in der Regel auch gute Geschäftsverbindungen in die Golfregion und nach Zentralasien. Mey Icki versorgt rund 50.000 Einzelhändler und kommt auf einen Marktanteil von 80 Prozent beim türkischen Schnaps Raki.

Zudem produziert das Unternehmen Wodka, Gin und mit Aromen angereicherte Modespirituosen. 2006 hatte der US-Finanzinvestor TPG Capital das vorher staatliche Unternehmen für 800 Mio. Dollar übernommen. Um Kasse zu machen, habe die Gesellschaft zuletzt auch einen Börsengang erwogen, sei sich aber nun mit Diageo einig, hieß es.

Im Dezember hatte es aus dem Konzernumfeld bereits geheißen, dass Diageo über einen Kauf von Mey Icki verhandele. Der britische Bier- und Spirituosenspezialist ist am Markt unter anderem mit Marken wie Guinness, Smirnoff und Johnnie Walker vertreten. Früheren Angaben zufolge will der Weltmarktführer sein Geschäft in den schnell wachsenden Schwellenländern ausbauen. Dort erwirtschaftet der Konzern derzeit rund einen Drittel seines Gewinns. Weder Diageo noch der Finanzinvestor TPG Capital, dem Mey Icki gehört, waren zunächst für eine Stellungnahme zu erreichen.

Quelle: n-tv.de, dpa/rts

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