Wirtschaft

Nebenwerte sind Trumpf Die Kleinen laufen den Großen davon

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Da kommt Freude auf: Rendite satt. Wo gibt es das noch in Niedrigzinsphasen?

(Foto: REUTERS)

Viele Fonds investieren gemäß ihrer Anlagephilosophie entweder in Aktien von kleinen oder aber in Papiere von großen Unternehmen. Anleger sollten je nach Wirtschaftsentwicklung entscheiden. Im aktuellen Zyklus könnten die Kleinen bald wieder die "Großen" sein.

Größe ist nicht alles - die kleinen und mittleren Unternehmen haben ein paar Vorteile, um die sie ihre großen Konkurrenten beneiden: Vergleichsweise kurze Entscheidungswege, weniger Bürokratie und mehr Flexibilität.

Vergleicht man die Large Caps, also die großen Aktien, mit Small- und Mid-Caps, dann sind die Großen schwerfällige Tanker und die kleineren aktiennotierten Unternehmen wendige, schnelle Boote. Letztere haben einen Nachteil: Die Leichtgewichte können auch schneller kentern, wenn an den Finanzmärkten die Wellen hoch schlagen. Small- und Mid-Caps weisen für den Anleger somit ein höheres Risiko auf. Die Kursverläufe sind volatiler, also von einem stärkeren Auf und Ab gekennzeichnet. Dafür profitieren sie in der Regel aber auch proportional stärker von einer Erholung der Wirtschaft.

2013 war das Jahr der Mid- und Small-Caps

Als Beimischung in einem Depot sollten die Kleinen daher nicht übersehen werden. Und das aus gutem Grund. Wenn man sich die Entwicklung der Indizes betrachtet, die kleine und mittlere Werte abbilden, dann fällt eines auf: 2013 haben die Kleinen die Großen abgehängt. Der MDax erzielte im vergangenen Jahr eine Performance von fast 40 Prozent und der SDax von knapp 30 Prozent.

Der Dax hat mit etwas über 25 Prozent auch nicht schlecht abgeschnitten, aber nicht so gut wie die Kleinen. Im laufenden Jahr hat sich das Bild verkehrt. Da haben die großen Werte die Nase vorn. In Europa und USA sah das Bild ähnlich aus. Aktuell scheinen sich die kleineren und mittleren Werte wieder zu erholen. "Die positiven Einkaufsmanager-Indizes deuten auf ein Wirtschaftswachstum hin und die derzeitigen Niveaus der Risikoindikatoren verdeutlichen eine Risikobereitschaft auf Seiten der Investoren, die sich positiv auf die Entwicklung von Small Caps als Anlageklasse auswirken dürfte", sagt Catherine Stanley, Fondsmanagerin des F&C Global Smaller Cap Equity Fund. "Wir sind überzeugt, dass kleine bis mittelgroße Unternehmen in der kommenden Phase wirtschaftlicher Erholung den Gesamtmarkt übertreffen werden", heißt es weiter. Auch in den USA sind die Aussichten für kleine Unternehmen laut AXA Investment Manager wieder rosig.

Für Fondsmanager, die die unentdeckten Perlen finden wollen, sind Small- und Mid-Caps eine wahre Fundgrube. Denn anders als bei den großen Unternehmen kursieren deutlich weniger Informationen - ein Wissensvorsprung macht sich hier noch bezahlt. Das spricht für einen aktiven Fondsmanager mit einem guten Riecher. Zumindest auf den ersten Blick - aber stimmt das wirklich? Wer hat hier die wirklich ein gutes Näschen und wo wäre ein ETF, der zwar "nur" den Index abbildet, aber dafür auch weniger als ein aktiv gemanagter Fonds kostet, die bessere Wahl?

Performance- und Kostenunterschiede

Der Legg Mason Royce US Small Cap Opportunity Fund hat laut der Fondsratingagentur Morningstar 34,4 Prozent an Performance erzielt. Das klingt gut. Der ComStage MSCI USA Small Cap ETF, der die Benchmark des Legg Mason-Fonds abbildet, hat über den gleichen Zeitraum 31,0 Prozent geschafft. Das sind 3,4 Prozent weniger, aber der ETF hat eine Gesamtkapitalkostenquote in Höhe von 0,35 Prozent im Jahr. Für das "aktive" Pendant fallen dagegen ein Ausgabeaufschlag von 5 Prozent und eine Gesamtkapitalkostenquote von rund 2 Prozent p.a. an. Auch wenn im vergangenen Jahr der aktive Fonds eine leichte Outperformance (nach Kosten) geschafft hat, bilden die Kosten ein Risiko. Nicht immer können sie aufgeholt werden, wie das laufende Jahr zeigt: Der Legg Mason-Fonds erwirtschaftete seit Jahresbeginn 4,91 Prozent und der Comstage-ETF dagegen 10,44 Prozent.

Anleger sollten daher auch immer die Kosten und die Performance eines Fonds im Blick haben. Dass aktive Fondsmanager eine Outperformance bei Small- und Mid-Caps erzielen können, zeigt der Fortezza Finanz - Aktienwerk R, der auf Unternehmen aus Deutschland, Frankreich, Österreich, Schweiz und Italien setzt. Er wurde zwar erst am 10. Juni 2013 aufgelegt, aber das Fondsmanagement macht seitdem einen guten Job. Seit Jahresbeginn erwirtschaftete der Fonds eine Performance von 15,91 Prozent. Der Vergleichsindex dieses Fonds ist der MSCI Europe Small Cap. Der ETF von Comstage auf diesen Index lieferte im laufenden Jahr eine Wertentwicklung von 6,30 Prozent - 9,61 Prozent weniger.

Quelle: n-tv.de

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