Wirtschaft

Von Börsencrash bis Immobilienblase Die Risiken für die deutsche Wirtschaft

Deutschlands Volkswirtschaft wächst 2013 so schwach wie seit dem Krisenjahr 2009 nicht. Für dieses Jahr rechnen die meisten Experten aber mit einem Aufschwung. Risikofrei ist der allerdings nicht, er bietet aber auch Chancen.

Das deutsche Bruttoinlandsprodukt legt 2013 um magere 0,4 Prozent zu und damit so schwach wie seit dem Krisenjahr 2009 nicht mehr. Für dieses Jahr sagen die meisten Ökonomen und Marktexperten einen Aufschwung voraus. Es folgt ein Überblick über Risiken und Chancen dafür:

Die drei größten Risiken: 1. Börsencrash

Am deutschen Aktienmarkt setzt sich die Rekordjagd im neuen Jahr fort. Der Dax nähert sich der Marke von 10.000 Punkten. Auch anderswo werden immer neue Bestmarken gemeldet, etwa an der Wall Street. Damit steigt aber auch die Gefahr, dass Preisblasen entstehen - und die können platzen, wie das jähe Ende des Neuen-Markt-Booms um die Jahrtausendwende gezeigt hat. Das kann die Wirtschaft erheblich belasten und sogar in eine Rezession stürzen.

2. Immobilienblase

Auch am Immobilienmarkt kann es zu Übertreibungen kommen. Die Bundesbank warnte unlängst, dass die Preise in einigen Großstädten bereits um 20 Prozent zu hoch seien. Auf der Flucht vor niedrigen Zinsen dürften aber auch in diesem Jahr viele Deutsche ihr Geld in Betongold stecken. Die Immobilienforscher von Bulwiengesa sagen für 2014 einen Anstieg der Immobilienpreise um sechs Prozent voraus. Die globale Finanzkrise begann 2007 mit einer geplatzten Immobilienblase in den USA und trieb die Weltwirtschaft in ihre schwerste Rezession seit dem Ende des Zweiten Weltkrieges.

3. Frankreich

Es sieht nicht gut aus für den mit Abstand wichtigsten deutschen Handelspartner. Die EU-Kommission traut der zweitgrößten Volkswirtschaft der Eurozone in diesem Jahr nur ein mageres Wachstum von 0,9 Prozent zu. Das Land ächzt unter einer Rekordarbeitslosigkeit. Auch die Staatsschulden bereiten Sorgen: Die Rating-Agentur S&P stufte die Bonität erst vor wenigen Wochen herab.

Viele Ökonomen befürchten, dass Frankreich zum Sorgenkind wird und die Krise in der Eurozone wieder aufflammt. Für Deutschland hätte das schwerwiegende Folgen, setzen die Exporteure doch etwa jeden zehnten Euro bei unseren Nachbarn ab. Präsident Francois Hollande kündigte jetzt Gegenmaßnahmen an, will Staatsausgaben kürzen und Unternehmenssteuern senken. Ob das reicht und sie auch umgesetzt werden, bleibt abzuwarten.

Die drei größten Chancen: 1. Investitionen

Zwei Jahre haben sich die deutschen Unternehmen beim Investieren zurückgehalten - kein Wunder, drohte doch zwischenzeitlich die Eurozone auseinanderzubrechen, mit unabsehbaren Folgen für die gesamte Weltwirtschaft. Doch die Krise ist abgeebbt. Geblieben sind extrem niedrige Zinsen. Also dürften viele Unternehmen wieder in neue Fabriken und Maschinen investieren. Zumal auch noch die Nachfrage nach Waren "Made in Germany" mit der besseren Weltkonjunktur anziehen und die Auftragsbücher füllen dürfte.

2. Euro-Aufschwung

Spanien wächst wieder, Irland hat den Euro-Rettungsschirm verlassen, Griechenland schafft einen Überschuss im Staatshaushalt, zumindest wenn man die Zinskosten außen vor lässt. Kein Zweifel: Nach Jahren der Krise mehren sich die Hinweise auf eine zarten Aufschwung in der Währungsunion. Die EU-Kommission erwartet in diesem Jahr ein Wachstum von 1,1 Prozent, nach einem Minus von 0,4 Prozent 2013. Davon profitiert die Exportnation Deutschland, die knapp 40 Prozent ihrer Waren in den Euro-Ländern verkauft.

3. Weltwirtschaft

Die Weltwirtschaft nimmt nach mageren Jahren wieder Fahrt auf. Nach einer Prognose der Weltbank wird sie 2014 um 3,2 Prozent zulegen, nach 2,4 Prozent im abgelaufenen Jahr. Das sind gute Nachrichten für die exportorientierte deutsche Wirtschaft, ist sie doch weltweit sehr gut aufgestellt.

Die Hoffnungen ruhen nicht mehr nur auf den großen Schwellenländern wie China und Brasilien, sondern auch auf anderen aufstrebenden Schwellenländern wie Mexiko, Südkorea und Indonesien, wo im Handel zweistellige prozentuale Zuwächse locken.

Quelle: n-tv.de, Rene Wagner, rts

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