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Ein Label allein reicht nicht aus Dividende glänzt nicht immer

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Dividendenfonds glänzen nicht immer.

(Foto: picture alliance / dpa)

Dividendenfonds bilden einen der am häufigsten geklickten Fondsbereiche bei Telebörse.de. Grund genug, diesen Sektor näher unter die Lupe zu nehmen. Zahlreiche Dividendenfonds sind zwar ähnlich strukturiert, aber es gibt auch Alternativen.

Dividenden sind für langfristig orientierte Anleger ein wichtiger Bestandteil für die Wertentwicklung ihres Portfolios. Sie machen zwar bei einzelnen Werten oder Indizes nur wenige Prozentpunkte aus, aber auf die Dauer summieren sich die Dividendenerträge. Das wird für den Dax schnell sichtbar, wenn man die Wertentwicklung zwischen Performance- und Kursindex miteinander vergleicht.

Der Kursindex des Dax ohne Dividenden hat in den vergangenen drei Jahren etwa zwölf Prozent weniger Rendite geschafft als der Performanceindex inklusive Dividenden. Der Unterschied ist allein auf die Dividendenzahlungen zurückzuführen.

Heikle Auswahl

Doch dividendenstarke Titel haben auch ihre Tücken. Häufig zeigen sie zwar eine attraktive Dividendenrendite, aber die Performance lässt zu wünschen übrig, weil viele Aktien meist aus defensiven Sektoren stammen. Das beste Beispiel hierfür war die Entwicklung der Deutschen Telekom-Aktie. Die Dividendenrendite lag meist im mittleren einstelligen Prozentbereich - obwohl die Unternehmensentwicklung das nicht immer gerechtfertigt hat. Die Dividenden wurden aus der Substanz des Unternehmens gezahlt. Entsprechend schwach war dann aber auch die Performance der Telekom-Aktie.

Daher bauen viele Dividenden-Fonds oder Dividendenindizes bei der Aufnahme bestimmte Auswahlkriterien ein, um Unternehmen auszufiltern, die ihre Dividende aus der Substanz zahlen. Erst danach folgt die Zusammensetzung.

"Dann werden die Unternehmen anhand ihrer Dividendenrendite gewichtet; sprich, Unternehmen mit der höchsten Dividendenrendite kommt die höchste Bedeutung zu", sagt Gordon Rose, Analyst beim Fondsanalysehaus Morningstar. Dadurch finden sich in manchen Fonds auch kleine Werte ein.

Aber auch dieser Umstand lässt sich aussparen, indem man für eine Aufnahme in den Fonds eine bestimmte Unternehmensgröße voraussetzt. So wie etwa der DWS Top Dividende, der vor allem in große global agierende Unternehmen investiert, die eine höhere Dividendenrendite erwarten lassen als der Marktdurchschnitt.

Dividendentitel bereits gut performt

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Die meistgeklickten Fonds der Teleboerse-Zuschauer

Wie viele andere Dividendenfonds will der DWS Top Dividende Jahr für Jahr eine angemessene Ausschüttung vornehmen. Sie liegt aktuell bei fast 2,9 Prozent, was derzeit allerdings noch unterhalb der eigenen Zielgröße liegt.

Doch wie bei anderen Dividendenfonds auch, besteht das Problem darin, dass viele Dividendenwerte nach der jahrelangen Hausse am Aktienmarkt bereits gut gelaufen sind. Sie haben meist noch stärker zugelegt als die Dividendenausschüttungen selbst, weshalb die Dividendenrendite bei vielen Titeln unattraktiver geworden ist.

Alternativen zu Dividendenfonds

Um eine angemessene Ausschüttung zu gewährlisten, haben viele Fondsgesellschaften daher Einkommens-Fonds gegründet, die neben Dividenden auch andere Ausschüttungsquellen besitzen. So wie zum Beispiel der Listed Infrastructure Fonds von Partners Group. Er setzt neben dividendenstarken Aktien auch auf börsengehandelte Immobilienfonds (Reits), Infrastrukturwerte sowie BDCs. Das Kürzel steht für Business Development Companies - börsennotierte US-Unternehmen, die kleinen und mittelständischen Unternehmen in den USA Kredite in der Größenordnung von 20 Millionen bis 200 Millionen Dollar zur Verfügung stellen. Weil viele dieser Kreditnehmer kaum Darlehen von Banken bekommen, können die BDCs gute Zinsmargen erwirtschaften.

Die Dividendenrendite des Fonds liegt daher aktuell bei 6,2 Prozent, allerdings hat der Fonds im Vergleich zu vielen Dividendenfonds noch eine junge Historie.

Eine andere Alternative ist eine Investition in Dividenden-ETFs. Allerdings hat die Vergangenheit gezeigt, dass die hier oft vorgenommene Indexzusammenstellung des ETFs allein anhand der Dividendenrendite zu kurz greift. Hier sollten zusätzliche Kriterien, wie sie auch bei den meisten Dividendenfonds bestehen, zur Geltung kommen. Ein weiteres Auswahlkriterium könnte etwa die Entwicklung und das Wachstum der Dividende sein. Anleger sollten also auf der Suche nach Dividendenfonds nicht allein auf das Label "Dividende" achten.

Quelle: n-tv.de

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