Wirtschaft

Anleger spekulieren auf Abfindung Douglas denkt an Börsenrückzug

Jetzt wird's privat: Douglas denkt offenbar über einen Rückzug von der Börse nach. Der Konzern bestätigt Gespräche mit Finanzinvestoren über eine wesentliche Beteiligung. Das heizt unter Aktionären die Gerüchteküche an und treibt den Aktienkurs steil nach oben.

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(Foto: dpa)

Der Handelskonzern Douglas will sich möglicherweise von der Börse zurückziehen. Das Unternehmen verhandelt nach eigenen Angaben mit "nicht unerheblich beteiligten Mitgliedern des Vorstands und des Aufsichtsrats" mit verschiedenen Investoren über eine wesentliche Beteiligung an dem Konzern.

Douglas bestätigte damit entsprechende Gerüchte aus Insiderkreisen. Bisher liegen nach Angaben des Unternehmens weder verbindliche Angebote der verschiedenen Finanzinvestoren vor noch sind Struktur und Finanzierung einer etwaigen Transaktion geklärt. Laut Douglas-Chef Henning Kreke will sich die Eignerfamilie Kreke die Mehrheit am Unternehmen sichern. "Wir wollen kaufen, nicht verkaufen", sagte Kreke. Auf die Frage ob seine Familie Douglas kaufen wolle, anwortete er: "Jawohl".

Option Delisting

Das "Wall Street Journal" und die aus dem selben Medienkonzern stammende Finanzagentur Dow Jones hatten zuvor berichtet, dass die Douglas-Gründerfamilie Kreke daran arbeite, den Handelskonzern mit Unterstützung von Finanzinverstoren von der Börse zu holen. Dazu wollte Douglas jedoch keine Angaben machen. Zu den drei angesprochenen Investoren sollen Apax sowie BC Partners gehören.

Die Familie Kreke ist mit etwas mehr als 12 Prozent zweitgrößter Aktionär von Douglas. Erst Anfang Oktober kaufte sie über ihre Investmentgesellschaft Lobelia Papiere von Douglas im Wert von mehr als 4,5 Mio. Euro. Weitere Großaktionäre sind die Oetker-Gruppe, die etwas mehr als ein Viertel an Douglas hält, sowie der Eigentümer der Drogeriekette Müller, Erwin Müller mit rund 10 Prozent.

Aktie auf Zitterkurs

An der Börse sorgen die Gerüchte für steigende Kurse bei Douglas. Im frühen Handel legen die Aktien um mehr als ein Viertel zu. Anleger setzen damit auch auf ein mögliches attraktives Abfindungsangebot, mit dem die Finanzinvestoren den bisherigen Aktionären den Ausstieg versüßen könnten. Andererseits hatten die Papiere tags zuvor wegen Problemen bei der Buchhandelssparte Thalia 10 Prozent an Wert verloren, was eine zumindest kurzfristige Kurserholung wahrscheinlich macht.

Unter Börsianern sorgen die angeblichen Pläne für ein gemischtes Echo. "Dass man nicht mehr dem gnadenlosen Quartalsrhythmus unterworfen ist, würde es dem Unternehmen natürlich erleichtern, die operativen Probleme in den Griff zu bekommen", sagte ein Händler. "Kann ich mir beim besten Willen nicht vorstellen", sagt dagegen Klaus Kraenzle, Analyst bei Silvia Quandt Research. Angesichts der operativen Schwierigkeiten sei es Unsinn, sich auch noch ein Delisting aufzuhalsen. Auch um einen Übernahmeversuch des Anteileigners Müller zu verhindern, sei dieser Schritt angesichts der übereinstimmenden Interessen von Kreke und Oetker nicht notwendig. "Die verfügen jederzeit über eine Kontrollmehrheit", erklärt Kraenzle, der die Douglas-Aktie mit "Halten" einstuft.

Quelle: ntv.de, nne/DJ/rts