Wirtschaft

Schweizer Geldhäuser im Sog Dubai belastet Großbanken

Die anhaltenden Spekulationen um Finanzprobleme des Emirats Dubai drückt auch auf die Aktienkurse der beiden Großbanken Credit Suisse und UBS. Die Kursabschläge zeugen allerdings nur von mäßigen Sorgen.

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Am Himmel über Dubai, mitten in der Hochphase des Baubooms (Archivbild).

(Foto: REUTERS)

Einen Tag, nachdem in einer breiteren Öffentlichkeit Zweifel an der Zahlungsfähigkeit des einstigen Boom-Emirats am Persischen Golf aufgekommen waren, verloren die Aktien der Schweizer Großbank Credit Suisse (CS) zeitweise knapp drei Prozent. UBS fielen ebenfalls deutlich schwächer als der Gesamtmarkt 2,4 Prozent zurück.

Dass die CS-Aktie etwas stärker nachgaben als die UBS-Titel, dürfte nach Ansicht von Händlern damit zusammenhängen, dass Credit Suisse seit gut einem Jahr mit dem Emirat Katar einen großen Aktionär aus der Region hat. "Anleger befürchten, Golfstaaten könnten gezwungen sein, ihre Aktienpositionen auf den Markt zu werfen, um Löcher zu stopfen", sagte ein Händler.

Aber auch bei UBS hat sich ein Investor aus dem arabischen Raum eingekauft, dessen Identität die Bank bisher geheim hielt. "Die Weltretter sind offenbar selbst in Nöten, wer soll dann da noch als zukünftiger Retter auftreten", beschrieb ein Händler die Befürchtungen im Markt. Der europäische Bankenindex büßte bis zum späten Vormittag 3,5 Prozent ein.

Um den Spekulationen am Markt entgegenzutreten, ließ die Credit Suisse mitteilen, der Mittlere Osten mache in den Kreditbüchern der europäischen Banken wohl nicht mehr als ein  bis zwei Prozent aus. Auf Dubai entfalle demnach nur ein kleiner Teil davon. Die Bank schätzt, dass die von ihren Analysten beobachteten europäischen Banken insgesamt Kredite von 13 Mrd. Euro dorthin vergeben haben.

HSBC hat nach eigenen Angaben Kredite in Höhe von 25 Mrd. Dollar in den Mittleren Osten vergeben, was ungefähr drei Prozent des Kreditvolumens der Bank entspreche. HSBC habe zudem mitgeteilt, dass auf die Vereinigten Arabischen Emirate, zu denen das Emirat Dubai gehört, ein Kreditvolumen von 16 Mrd. Dollar entfiele, die 2% des gesamten Kreditvolumens ausmachten.

Standard Chartered habe in die Region MESA (Mittlerer Osten und Südasien) Kredite im Umfang von 18 Mrd. Dollar vergeben, die zehn Prozent des Kreditbuchs entsprächen, sich aber über mehrere Länder in der Region verteilten.

Ackermanns Haus unberührt

Die Deutsche Bank hat Finanzkreisen zufolge kein Engagement bei dem in Zahlungsnöte geratenen Unternehmen Dubai World. Das Institut halte keine entsprechenden Bonds und habe auch keine Kredite vergeben, hieß es aus dem Umfeld des Unternehmens.

Das Emirat Dubai hatte am Mittwoch Zweifel an seiner Zahlungsfähigkeit geweckt: Die Regierung bat um Zahlungsaufschub für das staatseigene Unternehmen Dubai World, das die berühmte Palmeninsel im Meer entwickeln und bauen soll. Der Konzern hat nach offiziellen Angaben Schulden von 59 Mrd. Dollar. An den Märkten geht die Angst um, dass Banken weltweit Anleihen der Firma halten könnten. Die Deutsche Bank lehnte einen Kommentar ab.

Quelle: ntv.de, rts

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