Wirtschaft

Gefährliche Produkte aus China EU kassiert mehr Gift-Kleidung ein

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EU-Verbraucherkommissar Tonio Borg stellte den Rapex-Report vor.

(Foto: picture alliance / dpa)

Europas Verbraucherschützer entdecken 2012 ein Viertel mehr Risiko-Produkte als noch ein Jahr zuvor: Toxische T-Shirts, riskante Elektrogeräte, Risiko-Spielzeug - mehr als die Hälfte aller gefährlichen Produkte kommt aus Fernost. Vor allem giftige Chemikalien werden zum Problem.

Verbraucherschützer ziehen in Europa immer öfter gefährliche Produkte aus dem Verkehr. Das Warnsystem Rapex schlug bei über 2200 gesundheitsgefährdenden Waren Alarm - das waren 26 Prozent mehr als 2011, wie die EU-Kommission mitteilte. Besonders erschreckend für Eltern: Ein Drittel der beanstandeten Produkte waren Kleidungsstücke wie T-Shirts mit giftigen Chemikalien. Auf Platz zwei landeten gefährliche Spielzeuge, gefolgt von riskanten Elektrogeräten.

Damit erreichte die Anzahl entdeckter Risikoprodukte in etwa den bisherigen Höchstwert aus dem Jahr 2010. Von jedem vierten der Artikel ging laut Kommission eine Verletzungsgefahr (25 Prozent) aus. An einem weiteren Viertel drohten Verbraucher entweder zu ersticken oder davon stranguliert zu werden (26 Prozent), was vor allem Kinder betrifft. Eine weitere Gefahrenquelle sind demnach giftige Chemikalien (18 Prozent) sowie Elektrogeräte, die Stromschläge versetzen könnten (13 Prozent). Insgesamt wurden 85 Prozent der gelisteten Güter als "ernsthaft gesundheitsgefährdend" eingestuft.

Anteil chinesischer Güter konstant hoch

Mehr als jeder zweite Risikoartikel (58 Prozent) stammt der Kommission zufolge aus China oder Hongkong. Der Anteil der chinesischen Güter ist seit Jahren konstant hoch, was vor allem daran liegt, dass ein Großteil der in Europa importierten Artikel aus chinesischen Fabriken stammt. Doch auch vor Ort werden risikobehaftete Artikel produziert: 330 in Europa hergestellte Artikel finden sich auf der Rapex-Liste, darunter 60 aus Deutschland. Nach Herstellungsländern aufgelistet steht die Bundesrepublik damit auf Platz eins in Europa.

Verbraucherkommissar Tonio Borg führt die deutliche Zunahme gelisteter Produkte weniger auf die Anzahl gefährlicher Güter denn auf die stärkere Überwachung durch die einzelnen Länderbehörden zurück. "Die Ergebnisse für das Jahr 2012 zeugen von einer erhöhten Wachsamkeit, aber wir müssen weiter nach Verbesserungen streben", erklärte Borg. Als Beispiel für den Fortschritt bei dem Verbraucherwarnsystem nannte die Kommission, dass immer mehr nationale Zollbehörden aktiv teilnehmen und gefährliche Produkte schon bei der Einfuhr in ein EU-Land melden.

Über die Datenbank Rapex warnen sich die EU-Staaten gegenseitig vor gesundheitsgefährdenden Produkten. Auf diese Weise sollen die Gegenstände schnell aus dem Handel verschwinden. Rapex umfasst Konsumgüter mit Ausnahme von Lebensmitteln und Medikamenten.

Quelle: ntv.de, AFP/dpa

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