Wirtschaft

Rätselraten um Bankia-Hilfen EZB wurde gar nicht gefragt

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Gute Miene zum bösen Spiel: Eine Bankia-Werbung in Barcelona.

(Foto: REUTERS)

Die Verwirrung um mögliche Absprachen zwischen der spanischen Regierung und der EZB könnte nicht größer sein: Erst heißt es, es gebe ein "gentlemen's agreement,", dann streuen Insider, die EZB habe Spanien eine Abfuhr erteilt. Dann melden sich die Währungshüter zu Wort und sagen, sie wissen von nichts, seien aber offen für Gespräche.

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Die Europäische Zentralbank (EZB) ist Medienberichten entgegengetreten, sie habe eine Beteiligung an der Rekapitalisierung des spanischen Kreditinstituts Bankia abgelehnt. "Entgegen heute veröffentlichten Medienberichten ist die EZB zu Plänen der spanischen Behörden zur Rekapitalisierung einer großen spanischen Bank weder konsultiert worden, noch hat sie hierzu eine Stellungnahme abgegeben", teilte sie mit. Überraschend fügte sie hinzu: "Die EZB ist bereit, bei der Ausarbeitung solcher Pläne behilflich zu sein."

Zeitungen hatten unter Berufung auf Insider berichtet, die EZB habe eine Beteiligung an der Rekapitalisierung von Bankia mit der Begründung ablehnt, dies würde sie noch stärker in die Nähe der Staatsfinanzierung rücken. Offiziell lehnte die EZB eine Stellungnahme zu dem Thema ab.

Auch von spanischer Seite wurde dieses Dementi bestätigt. Ein solcher Plan sei der EZB nicht vorgelegt worden, sagte Spaniens Finanzminister Luis de Guindos im Parlament. Warum sich sowohl die Notenbanker als auch die spanische Regierung erst jetzt zu den seit Tagen wabernden Gerüchten äußern, ist unklar. Die Gerüchte kratzten nicht nur an der Glaubwürdigkeit der spanischen Regierung, sie hinterließen auch deutliche Spuren an den Finanzmärkten. 

Zwei Spielarten für Bankia

Anfang dieser Woche hatte die Regierung in Madrid als eine Möglichkeit die Abgabe von Anleihen an Bankia ins Spiel gebracht. Diese hätte Bankia dann als Sicherheiten bei der EZB nutzen können, um von der Notenbank Geld zu erhalten. Regierungsvertreter hatten betont, dies sei nur eine von vielen Möglichkeiten.

Die spanische Nachrichtenagentur EFE berichtet unterdessen, Spanien wolle Staatsanleihen begeben, um damit die 19 Mrd. Euro zur Finanzierung der Bankia-Rekapitalisierung aufzubringen. Das Geld solle Bankia dann in bar zur Verfügung gestellt werden, schreibt EFE ohne Nennung einer Quelle. Dabei sollten 5,3 Mrd. Euro aus dem Bankenrettungsfonds des Landes kommen.

Quelle: n-tv.de, ddi/DJ

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