Weiterer Schritt auf KarriereleiterEnders wird EADS-Chef

Als langjähriger Airbus-Chef kennt Thomas Enders den Mutterkonzern EADS aus dem Effeff. Der deutsche Manager wird im März nun Chef des großen Ganzen. Er löst den Franzosen Gallois ab, der wie geplant den Sessel räumt. Mit Ex-EZB-Präsident Trichet bekommt der EADS-Verwaltungsrat ein prominentes Mitglied.
Der Verwaltungsrat des europäischen Raumfahrtkonzerns
EADS hat den Weg für Airbus-Chef Tom Enders an die Konzernspitze freigemacht. Der
Manager wurde zum Nachfolger des scheidenden EADS-Chefs Louis Gallois berufen. Sein
französischer Vize Fabrice Brégier soll als sein Nachfolger an die Airbus-Spitze
aufrücken. Eine weitere stark beachtete Personalie ist die Nominierung des früheren
EZB-Präsidenten Jean-Claude Trichet zur Wahl in den Verwaltungsrat.
Mit diesen Entscheidungen hat der Verwaltungsrat einen
Schlussstrich unter die anhaltenden Spekulationen gezogen. Die beiden Großaktionäre
Deutschland und Frankreich hatten dem Vernehmen nach seit Monaten um die Besetzung
der Führungspositionen im Vorstand und im Verwaltungsrat gestritten.
Dabei galt es schon seit langem als ausgemacht, dass
zur Wahrung des nationalen Gleichgewichtes der deutsche Verwaltungsratsvorsitzende
Bodo Uebber sein Amt an den Franzosen Arnaud Lagardere abgibt. Damit einhergehen
sollte auch der Wechsel im Vorstand. Der französische Vorstandsvorsitzende Louis
Gallois geht in Rente und gibt sein Amt an Enders ab.
Die Verzögerung der früher erwarteten Entscheidung soll
auch durch Pläne Enders hervorgerufen worden sein. Er will Medienberichten zufolge
eine engere Verzahnung zwischen EADS und Airbus und erwägt eine Zusammenlegung der
Finanz- und Personalressorts von Mutter und Tochter. Dies soll Verlustängste bei
den Franzosen hervorgerufen haben.
Die Vorschläge, die der Verwaltungsrat für die Besetzung
des Gremiums gemacht hat, müssen von der Hauptversammlung abgesegnet werden. Diese
soll am 31. Mai im Amsterdam stattfinden.