Wirtschaft

Geld für Mutti Endesa verkauft Gasnetz

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(Foto: picture-alliance/ dpa)

Der spanische Versorger Endesa versilbert sein Gasnetz und greift damit dem italienischen Mutterkonzern Enel beim Schuldenabbau unter die Arme. Endesa verkauft 80 Prozent seiner Leitungen und erhält dafür 800 Millionen Euro.

Damit setzt sich der Trend zur Abtrennung der Netze in Südeuropa fort: Enel hatte im vergangenen Jahr in einem ähnlichen Schritt sein italienisches Gasnetz abgegeben, die spanische Gas Natural wenig später gleichfalls ihre Pipelines. Das nächste Geschäft dieser Art steht in Portugal bevor.

Den Zuschlag gab Endesa zwei Fonds der US-Bank Goldman Sachs. Auch in Italien und bei Gas Natural kamen Infrastrukturfonds zum Zuge. Ihr Appetit auf Verteilnetze und Pipelines auf der iberischen Halbinsel sei offenbar ungezügelt ist, sagten Analysten.

Durch Krise unter Druck

Die bisherigen Besitzer brauchen das Geld dringend für Investitionen oder wie im Fall Endesas für eine Entlastung der Bilanz. Der italienische Mutterkonzern ist der am höchsten verschuldete Versorger in Europa. Wie der deutsche Konkurrent Eon oder die französischen Rivalen GdF Suez und EdF ist Enel vor Jahren großzügig auf Einkaufstour gegangen und kam in der Finanz- und Wirtschaftskrise deswegen massiv unter Druck.

Der Verkauf soll den Vorsteuer-Gewinn Endesas um 450 Millionen Euro erhöhen. Der spanische Konzern setzt auf einen Abschluss des Geschäfts noch in diesem Jahr. Enel hat seinen Anteilseignern versprochen, den Schuldenberg in diesem Jahr um sechs Milliarden Euro auf 45 Milliarden Euro zu reduzieren. Drei Milliarden Euro soll dazu der Verkauf eines Minderheitsanteils an Enel Green Power einbringen, das an die Börse gebracht werden soll.

Endesa hat zudem bereits im Juli seine Mehrheit an einer griechischen Tochter für 140 Millionen Euro verkauft und gibt sein Stromnetz für knapp 1,5 Milliarden Euro an den Netzbetreiber REE ab.

Quelle: n-tv.de, rts