Wirtschaft

Börsianer jubeln Esprit wirbt Chef bei Zara ab

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Ob der Chefposten bei Esprit seine Kragenweite ist, muss Martinez Gutierrez nun beweisen.

(Foto: REUTERS)

Um die plötzliche Lücke an der Führungsspitze zu schließen, wildert Esprit beim Rivalen Inditex: Ab Herbst übernimmt der bisherige Zara-Manager Martinez Gutierrez das Ruder bei Esprit. Der Handelsexperte springt dem Unternehmen in schweren Zeiten bei, denn die Geschäfte laufen schleppend. An der Börse erntet Esprit mit der Personalie dicke Vorschusslorbeeren.

Das schwächelnde Modeunternehmen Esprit will das Ruder mit einem Top-Manager von der Konkurrenz herumreißen. Neuer Vorstandschef wird Jose Manuel Martinez Gutierrez, der von der spanischen Rivalin und Zara-Mutter Inditex kommt. Der Führungswechsel soll bis Ende September vollzogen werden. Wann Martinez beim Weltmarktführer Inditex ausscheidet, war zunächst nicht bekannt. An der Börse wurde die Personalentscheidung knapp zwei Monate nach dem überraschenden Rücktritt von Ronald van der Vis als Vorstandschef bejubelt: Esprit-Aktien legten in Hongkong um fast 30 Prozent zu und verhalfen dem Hang-Seng-Index zu seinem höchsten Schlussstand seit 10. Mai.

Mitte Juni war bei Esprit auch der Vorsitzende des Verwaltungsrates, der frühere Metro -Chef Hans-Joachim Körber, zurückgetreten. Aus Angst vor einem Führungsvakuum in schwierigen Zeiten hatten Anleger die Esprit-Aktien damals heftig abgestraft. Nach dem Doppel-Rücktritt hatte das Unternehmen fast ein Drittel seines Börsenwertes eingebüßt.

"Die Personalentscheidung gibt Investoren neue Hoffnung", sagte Alfred Chan, Chefhändler bei Cheer Pearl Investment. "Mit einem neuen Chef, vor allem von einem anderen, starken Markennamen, wetten die Anleger auf die Wiederauferstehung."

Martinez ist bei der Zara-Mutter bislang in hoher Funktion für den Vertrieb zuständig. Anders als bei Esprit liefen die Geschäfte bei Inditex zuletzt relativ gut. Esprit macht mit rund 80 Prozent den Großteil des Umsatzes in Europa, das von der Schuldenkrise geplagt wird. Zudem steckt der Konzern mitten in einem tiefgreifenden Umbau, der bis 2015 abgeschlossen sein soll. Demnach will die Modekette, die neben Bekleidung auch Wohnaccessoires wie Vorhänge oder Teppiche sowie Bettwäsche im Angebot hat, vor allem die Marke aufpeppen und das Filialnetz in Asien ausbauen. Im vergangenen Jahr hatte das Unternehmen eingeräumt, Esprit habe seine "Seele verloren".

In diesem Jahr rutschte Esprit von Platz drei auf den sechsten Rang der asiatischen Modeunternehmen ab. Allein 2011 brach der Kurs der Esprit-Aktie um 73 Prozent ein. Marktführer Inditex dagegen profitiert von seinem Expansionskurs im Ausland, der die Firma vom Europa-Geschäft unabhängiger werden lässt. Auch die weltweite Nummer Zwei, der schwedische Rivale H&M, konnte sich zuletzt vom negativen Branchenumfeld abkoppeln. Der Gewinn stieg dank des Erfolgs neuer Kollektionen.

Quelle: ntv.de, nne/rts

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