Wirtschaft

"Griechenland nicht über den Berg" Experte erwartet neues Paket

DI10360-20120313.jpg3076083170942353243.jpg

(Foto: dapd)

Es ist wohl unwahrscheinlich, dass Griechenland bis 2020 einen ausgeglichenen Haushalt vorweisen kann. deshalb rechnet der Hamburger Ökonom Staubhaar mit einem weiteren Hilfspaket für das schuldengeplagte Land. Er krisisiert in diesem Zusammenhang die rigide Sparpolitik, die der Regierung in Athen aufgezwungen worden sei.

Der Wirtschaftsforscher Thomas Straubhaar geht fest davon aus, dass schon bald ein weiteres 50-Milliarden-Euro-Hilfspaket für kommt. Der Chef des Hamburgischen Weltwirtschaftsinstituts sagte der "Neuen Osnabrücker Zeitung", entsprechende Äußerungen von Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble seien sehr ernst zu nehmen. "Das war die Vorankündigung weiterer Hilfe, die kommen muss", so Straubhaar.

Seiner Meinung nach ist Griechenland noch längst nicht über den Berg. Die Zeitung zitiert ihn zudem mit den Worten: "Dass Athen bis 2020 einen sanierten Haushalt aufweisen kann, sind Absichtserklärungen, auf die ich nichts gebe." Es sei unseriös, über so lange Zeit Prognosen für die Entwicklung von Staatshaushalten abzugeben.  

Straubhaar verurteilte auch die rigorose Sparpolitik, zu der Griechenland gezwungen werde, als kontraproduktiv und brandgefährlich. Dies verschärfe die Krise und schwäche das Wachstum. "Vielmehr blüht die Korruption, und staatliche Strukturen zerfallen. Das alles haben wir doch beim Zusammenbruch des Ostblocks schon erlebt", warnte Straubhaar.        

Mit Blick auf die Debatte über die Aufstockung des 500 Milliarden Euro schweren Rettungsschirm ESM warf Straubhaar der Bundesregierung Taktieren vor. "Sie muss das klare Signal geben, dass sie an ihrer Hilfsstrategie für Griechenland festhält und dazu die erforderlichen Mittel auch bereitstellt", forderte der Volkswirt. Stattdessen gehe Bundeskanzlerin Angela Merkel immer wieder erst in Deckung, um dann doch wieder nachzugeben. Politik und Bundesbank weckten damit Zweifel und verschärften das Problem.

Quelle: ntv.de, rts