Wirtschaft

Ölpreise geben nachFed-Entscheid schickt Dow auf Talfahrt

16.09.2026, 23:13 Uhr
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Fed-Chef Warsh wollte nicht sagen, wie viele Zinsschritte nötig sein könnten, um das Inflationsziel zu erreichen. (Foto: AP Photo/Seth Wenig)

Die Zinserhöhung ereilt die Wall Street nicht unerwartet. Dass die Fed auch weitere Zinsschritte nach oben in Aussicht stellt, kommt allerdings nicht gut an. An den Aktienmärkten geht es danach nach unten, Tech-Werte können sich aber behaupten.

Die erste Zinserhöhung der US-Notenbank Fed seit mehr als drei Jahren hat die Anleger an der Wall Street am Mittwoch in die Flucht geschlagen. Der Dow-Jones-Index der Standardwerte schloss 1,2 Prozent tiefer auf 51.462 Punkten. Der breiter gefasste S&P 500 gab 0,4 Prozent auf 7552 Zähler nach. Der Index der Technologiebörse Nasdaq behauptete sich nahezu unverändert bei 25.978 Punkten. Vor der Zinsentscheidung hatten die Indizes noch im Plus gelegen.

Vor dem Hintergrund der hartnäckig hohen Inflation hatten die Währungshüter den Leitzins um 0,25 Punkte angehoben. Die Teuerung wird durch die stark gestiegenen Rohölpreise infolge des Krieges der USA und Israels gegen den Iran angetrieben. Die Entscheidung sei einstimmig gefallen, teilte die Fed mit. Weitere Zinsschritte in naher Zukunft seien wahrscheinlich, um die Teuerung zeitnah zu senken.

Fed-Chef Kevin Warsh erklärte, die US-Wirtschaft sei seit der letzten Sitzung stärker geworden, der Inflationstrend habe sich jedoch kaum verbessert. "Tatsache ist, dass die Fed im Kampf gegen die Inflation geeint zu sein scheint", sagte Ryan Detrick, Chef-Marktstratege der Carson Group. Die gute Nachricht sei, dass die Notenbank nicht davon ausgehe, dass mehrere Zinserhöhungen in den kommenden Monaten der soliden Gesamtwirtschaft viel anhaben würden. Robuste Einzelhandelsdaten für August hatten gezeigt, dass die Verbraucher trotz der steigenden Preise weiterhin konsumieren.

Am Rohstoffmarkt gaben die Ölpreise nach, was den Energiesektor an der Wall Street um 3,0 Prozent nach unten zog. Berichte, wonach Saudi-Arabien über den Oman zusätzliche Rohölladungen anbietet, linderten die Sorgen vor Lieferengpässen. Der Konflikt im Nahen Osten hatte sich zuletzt ausgeweitet: Saudische Kampfflugzeuge bombardierten den Jemen, während vom Iran unterstützte Huthi-Kämpfer Drohnen und Raketen auf saudische Städte abfeuerten. Der Preis für die US-Sorte WTI fiel um 3,2 Prozent, Nordsee-Öl der Sorte Brent verbilligte sich um 2,7 Prozent.

Die Aktien der Ölkonzerne Chevron und Exxon Mobil verloren 2,9 beziehungsweise 3,5 Prozent. Devon Energy und ConocoPhillips gaben jeweils um mehr als fünf Prozent nach.

Halbleiterwerte erholen sich

Technologiewerte verzeichneten hingegen die größten Gewinne unter den elf wichtigsten Sektoren des S&P 500. Halbleiteraktien rückten um 0,6 Prozent vor. Intel sprangen um 4,0 Prozent nach oben. Einem Bericht zufolge führt der südkoreanische Konkurrent SK Hynix Gespräche mit dem US-Konzern über die Fertigung von Speicherchips in den USA. IBM fielen dagegen um 4,4 Prozent, nachdem das Unternehmen mitgeteilt hatte, dass seine Chip-Sparte Anderon eine Finanzierungsvereinbarung mit der US-Regierung unterzeichnet hat.

Die Aktien der Finanzplattform Robinhood rutschten um 5,5 Prozent ab. Der US-Senat hatte ein umfassendes Gesetz zu Kryptowährungen blockiert, was einen schweren Rückschlag für Unternehmen im Bereich digitaler Vermögenswerte darstellt. Zudem hatte das US-Justizministerium am Dienstag zwei ehemalige Robinhood-Ingenieure wegen Insiderhandels und Missbrauchs vertraulicher Informationen angeklagt. Die Papiere des Flugzeugbauers Boeing gaben um 3,7 Prozent nach. Konzernchef Kelly Ortberg hatte erklärt, es dauere länger als erwartet, die Produktionsrate der 737 MAX auf 47 Flugzeuge pro Monat zu stabilisieren. 

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Quelle: ntv.de, ino/rts

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