Wirtschaft

Zurückhaltende Wachstumsbewertung Fed hält an Konjunkturspritzen fest

Alles bleibt, wie es ist: Die US-Notenbank pumpt weiter Geld in den Wirtschaftskreislauf. Am Anleihekaufprogramm wird erst einmal nicht gerüttelt. Wann mit dem Ausstieg aus dem Programm begonnen wird, ist weiter offen. Am Leitzins rüttelt die Fed erwartungsgemäß nicht.

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Die Fed bleibt noch bei der Politik des billigen Geldes.

(Foto: REUTERS)

Die US-Notenbank Federal Reserve setzt ihr Anleihekaufprogramm in unveränderter Höhe fort. Die Währungshüter entschieden, auch weiterhin jeden Monat für 85 Milliarden Dollar Staatsanleihen und Hypothekenpapiere zu kaufen. Den Leitzins beließen sie in der Spanne zwischen 0 und 0,25 Prozent. Analysten hatten beide Entscheidungen mit großer Mehrheit vorausgesagt.

Die Notenbanker im entscheidenden Offenmarktausschuss (FOMC) wollen Wachstumsraten, Arbeitslosigkeit, die gestiegenen Zinsen für Immobilienkredite und die Inflation genau im Auge behalten. Aus der Entwicklung dieser Faktoren wollen sie über die schrittweise Drosselung ihrer Anleihekäufe und höhere Zinsen entscheiden.

Bei der Bewertung des Wachstums in den USA sind die FOMC-Mitglieder etwas verhaltener als zuvor. Im ersten Halbjahr habe die Wirtschaft mit "maßvollem Tempo zugelegt", heißt es in der Erklärung der Fed zur zweitägigen Sitzung. In vorherigen Statements war von einem moderaten Wachstum die Rede.

Zuvor hatte die US-Wirtschaft noch mit überraschenden Zahlen zum zweiten Quartal von sich reden gemacht. Zwischen April und Juni legte sie aufs Jahr hochgerechnet um 1,7 Prozent zu. Volkswirte hatten nur mit einem Plus von 0,9 Prozent gerechnet. Zwischen Januar und März ist die Wirtschaftsleistung allerdings nicht wie bisher angenommen um 1,8, sondern nur um 1,1 Prozent gewachsen.

Grenzwerte bestätigt

Für die Experten der Ratingagentur Fitch steigen mit dem schnelleren Wachstum im zweiten Quartal die Chancen, dass die Fed bald ihr Ankaufprogramm drosselt. Schon seit Mai betont Fed-Chef Ben Bernanke, dass die Notenbank zu einem späteren Zeitpunkt in diesem Jahr damit beginnen will, die Anleihekäufe zurückzudrehen. Voraussetzung dafür ist, dass die Wirtschaft in dem Maße zulegt, wie es die Fed erwartet. Ein Gradmesser dafür ist ein Sinken der Arbeitslosigkeit auf 7 Prozent.

Bernanke hat ebenfalls erklärt, dass er die kurzfristigen Zinsen mindestens so lange nahe null lassen will, bis die Arbeitslosenquote auf 6,5 Prozent oder die Inflationsrate annualisiert 2,5 Prozent erreicht. Diese Grenzwerte wurden von den FOMC-Mitglieder bei ihrem Zusammenkommen bestätigt.

Während einige Fed-Vertreter bisher die Inflation, die um die 1-Prozent-Marke pendelt, als geringes Problem abgetan haben, änderte der Offenmarktausschuss jetzt seine Einschätzung. Auch eine zu geringe Teuerung belaste die Wirtschaft. "Das Komitee anerkennt, dass eine Inflationsrate, die beharrlich unter ihrer 2-Prozent-Zielmarke bleibt, ein Risiko für die wirtschaftliche Leistungsfähigkeit darstellt." Der Ausschuss geht aber davon aus, dass sich die Inflation mittelfristig auf ihren Zielwert zubewegt. Eine zu geringe Inflation spricht für die Beibehaltung einer lockeren Geldpolitik.

Quelle: n-tv.de, wne/DJ

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