Wirtschaft

Großoperation mit Krankenhaus-Aktien Fresenius greift nach Rhön

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Das Operationsbesteck heißt "Aktie" und "Offerte": Fresenius will Rhön mit Helios vernähen.

(Foto: picture alliance / dpa)

Das Geschäft mit der Gesundheit verspricht Wachstum und stabile Erträge: Fresenius baut seine Standbein im Klinik-Geschäft aus und will dazu die private Krankenhauskette Rhön-Klinikum komplett übernehmen. Der Dax-Konzern bringt mehr als drei Milliarden Euro zum Einsatz.

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Ordentlicher Aufschlag: Fresenius unterbreitet den Rhön-Aktionären ein großzügiges Angebot.

(Foto: picture-alliance/ dpa)

Der Gesundheitskonzern Fresenius plant die Übernahme des Klinikbetreibers Rhön-Klinikum, um damit das Krankenhausgeschäft seiner Tochter Helios kräftig auszubauen. Fresenius bietet den Aktionären des Unternehmens aus Bad Neustadt a.d. Saale 22,50 Euro je Aktie. Insgesamt nimmt der Dax-Konzern damit rund 3,1 Mrd. Euro in die Hand.

Die Offerte liege um 52 Prozent über dem Schlusskurs der Rhön-Klinikum-Aktie vom Vortag, teilte Fresenius mit. Die Übernahme ist erfolgreich, wenn die Mindestannahmequote von 90 Prozent plus eine Rhön-Klinikum-Aktie überschritten wird. Die Rhön-Klinikum AG bestätigte den Erhalt des Übernahmeangebots und kündigte eine Stellungnahme an.

Die Rhön-Klinikum AG werde das Übernahmeangebot zuvor jedoch sorgfältig prüfen, hieß es. Die ausführliche Stellungnahme werde sich auf die Angemessenheit des Preises beziehen und die Frage erörtern, ob das Angebot auch das Unternehmensinteresse "und damit insbesondere auch die berechtigten Interessen der Arbeitnehmer" wahre.

Rhön-Klinikum
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Mit der Übernahme von Rhön-Klinikum entstehe eine Klinikverbund mit einem Gesamtumsatz von rund sechs Milliarden Euro. Gleichzeitig mit der Offenlegung der Übernahmepläne erhöhte Fresenius den Geschäftsausblick für das Gesamtjahr.

Die im Nebenwerteindex MDax notierten Aktien von Rhön-Klinikum wurden nach Angaben der Deutschen Börse zunächst bis 9.45 Uhr vom Handel ausgesetzt.

Bouffier freut sich auf Fresenius

Mit Blick auf den anhaltenden Streit mit dem Krankenhausbetreiber Rhön-Klinikum um die Uniklinik in Marburg und Gießen begrüßte Hessens Ministerpräsident Volker Bouffier den angekündigten Besitzerwechsel.

Er sei erfreut über das Übernahmeangebot des Gesundheitskonzerns Fresenius für Rhön-Klinikum, erklärte der CDU-Politiker.

Die Landesregierung werde unverzüglich Gespräche mit Fresenius aufnehmen, um die Interessen des Landes zur Sicherung von Krankenhausversorgung sowie Forschung und Lehre zu erörtern. "Dabei muss klar sein, dass ein Universitätsklinikum von einem neuen Partner anders gesehen und behandelt werden muss als ein normales Krankenhaus."

Nach dem Verkauf der Uniklinik an Rhön-Klinikum war ein Streit über Kostensenkungen und Stellenstreichungen entbrannt.

Quelle: n-tv.de, dpa/rts

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23.04.09