Wirtschaft

Trauerstimmung in Trollhättan GM gibt Saab auf

Der US-Autohersteller General Motors wird die schwedische Tochter Saab abwickeln. Im Zuge der Phase der genauen Buchprüfung sind in den Gesprächen mit dem niederländischen Kaufinteressenten Spyker Probleme aufgetreten, die nicht kurzfristig hätten überwunden werden können.

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(Foto: AP)

Um Saab zu erhalten, wäre aber eine schnelle Lösung von Nöten gewesen, sagte Nick Reilly, Vorsitzender des GM-Europageschäfts. Nun werde die Abwicklung von Saab, das seinen Sitz im schwedischen Trollhättan hat, gestartet. Es sei zu bedauern, dass es nicht zu einer Einigung gekommen sei, so der Manager.

Die Geschäftstätigkeit von Saab werde eingestellt; den 3400 Mitarbeitern werde von Januar an gekündigt, teilte GM in Detroit mit. Damit wird die Marke Saab verschwinden, wenn sich während der Abwicklung des Autobauers nicht doch noch ein Käufer findet. Wie lange der Prozess dauert, steht noch nicht fest.

Zu Wochenbeginn hatte GM mitgeteilt, bestimmte Saab-Assets an den chinesischen Automobilhersteller Beijing Automotive Industry Holding Co (BAIC) verkauft zu haben. Dazu zählt unter anderem das geistige Eigentum an zwei Limousinen und Produktionsanlagen zum Bau der Fahrzeuge.

GM, der ehemals größte Autobauer der Welt, war wegen zu vieler Marken und spritfressender Modelle selbst in Schieflage geraten. Seit Januar sucht der Konzern daher einen Käufer für Saab, um seine Markenpalette zu verschlanken. GM will sich auf die vier US- Kernmarken Chevrolet, Cadillac, Buick und GMC sowie seine regionalen Marken wie Opel und Vauxhall in Europa konzentrieren.

Saab hat seit 20 Jahren fast durchweg Verluste eingefahren. Im laufenden Jahr verlor die Marke mit weniger als 50.000 verkauften Autos 65 Prozent des Absatzes. In Europa sank der Absatz von Januar bis November um 59 Prozent auf 25.000 Autos. Im November war auch die bereits weitgehend ausgehandelte Saab-Übernahme durch den schwedischen Sportwagenbauer Koenigsegg gescheitert.

Quelle: n-tv.de, wne/DJ/dpa

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