Wirtschaft

Frankreichs Autobauer sucht Hilfe in China GM steigt bei Peugeot aus

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Der französische Autobauer Peugeot wird heftig gebeutelt - General Motors steigt aus.

(Foto: picture alliance / dpa)

Für Peugeot kommt es zum Jahresende knüppeldick: Die Franzosen müssen Milliarden abschreiben, die Partnerschaft mit Opel wird zurückgefahren. In China sucht der Autobauer neue Allianzen - und steht womöglich kurz vor dem Einstieg des Staates.

Der US-Autobauer General Motors (GM)  steigt als Aktionär bei seinem französischen Partner PSA Peugeot  Citroën aus und verkauft seinen Sieben-Prozent-Anteil an institutionelle Anleger. Gleichzeitig kündigten die Franzosen am Donnerstag weitere Abschreibungen von 1,1 Milliarden Euro auf ihre Autosparte an. Zudem wird die Zusammenarbeit mit der Opel-Mutter General Motors zusammengestrichen.

PSA Peugeot Citroën
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Die im Februar 2012 geschlossene strategische Allianz  zwischen den beiden Unternehmen bleibe davon unberührt, hieß es. Der Opel-Mutterkonzern GM war 2012 zum Start der Zusammenarbeit bei PSA eingestiegen. GM-Vize Steve Girsky sagte, der Autobauer habe PSA damals unterstützt, um frisches Kapital einzusammeln. Diese Unterstützung sei nun nicht länger notwendig.

Weiterhin verhandelt PSA derzeit mit dem chinesischen Autobauer Dongfeng über eine Kapitalbeteiligung. Die Gespräche befänden sich aber erst „in  einem vorbereitenden Stadium“, erklärte Peugeot am Donnerstag in Paris. Mit Dongfeng betreibt PSA bereits das gemeinsame Unternehmen DPCA, das drei Werke in China hat. Nach Informationen der „Financial Times“ hofft PSA, schon im ersten Quartal des nächsten Jahres einen Vertrag mit den Chinesen abzuschließen. Dem Blatt zufolge soll die Kapitalerhöhung ein Volumen von drei bis vier Milliarden Euro haben. Neben Dongfeng könnte sich auch der französische Staat beteiligen. Durch eine Kapitalerhöhung bei PSA würde die Familie Peugeot an Einfluss verlieren und vermutlich auch ihre Sperrminorität einbüßen

Kleinwagen-Allianz mit Opel wird beerdigt

Auch auf die deutsche GM-Tochter Opel wirken sich die Veränderungen aus: Die ursprünglich geplante gemeinsame Entwicklung einer Plattform für Kleinwagen ist vom Tisch. An der gemeinsamen Nutzung von Werken soll indes festgehalten werden. Nach Angaben der Unternehmen wird das Nachfolgemodell des Opel Zafira von spätestens 2017 an im ostfranzösischen PSA-Werk Sochaux produziert.

Im Gegenzug soll der neue Citroën C3 im spanischen GM-Werk in Saragossa gebaut werden. Derweil werde im Opel-Stammwerk in Rüsselsheim ein neues Modell angesiedelt, kündigte Opel an. Details nannte das Unternehmen zunächst nicht. Zur Erklärung wurden Wettbewerbsgründe genannt.

Durch die gestrichene gemeinsame Plattform-Entwicklung werden auch die Synergie-Erwartungen deutlich gekappt. Statt mit ursprünglich jährlich zwei Milliarden US-Dollar rechnen die Konzerne nur noch mit insgesamt 1,2 Milliarden Dollar von 2018 an - 40 Prozent weniger als zuvor. Zusätzliche Kooperationen soll es bei leichten Nutzfahrzeugen geben. Den Planungen zufolge werden die ersten Autos 2016 auf den Markt kommen. Nähere Details teilten die Konzerne aber nicht mit.

Wegen der Absatzkrise in Europa steckt PSA Peugeot Citroën in erheblichen Schwierigkeiten. Allein im Geschäftsjahr 2012 verbuchte der nach VW zweitgrößte europäische Hersteller einen Rekordverlust von 5,01 Milliarden Euro. Derzeit werden über 11.000 Jobs abgebaut.

Quelle: n-tv.de, hvg/dpa

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