Wirtschaft

Das Warten ist vorbei GM zahlt wieder Dividende

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GM-Chefin Mary Barra präsentiert in Detroit einen Pick-up.

(Foto: dpa)

Auch die längste Durststrecke ist irgendwann beendet: Der Opel-Mutterkonzern General Motors schüttet wieder Geld an die Aktionäre aus. Ganz freiwillig ist das allerdings nicht, denn Investoren hatten vehement darauf gepocht.

Aktionäre des US-Automobilherstellers General Motors können sich erstmals seit sechs Jahren wieder über eine Dividende freuen. Die Ausschüttung je Stammaktie beträgt 30 US-Cent für das vergangene Quartal und wird im März fällig. Der Detroiter Traditionskonzern beugt sich damit dem Druck der Großinvestoren. Diese hatten schon lange vor dem endgültigen Ausstieg der US-Regierung darauf gedrängt, dass GM angesichts der guten Geschäftsentwicklung die Dividendenzahlung wieder aufnehmen soll.

GM
General Motors (GM) 37,37

Zuletzt hatten die Stammaktionäre im Juni 2008 eine Dividende eingestrichen. Als Washington dem Konzern dann 2009 zur Verhinderung der Pleite mit Steuergeldern zur Hilfe sprang, wurde die Dividendenzahlung gestoppt. Die nun angekündigte Ausschüttung wird GM an die 1,67 Milliarden Dollar kosten.

Unter anderem war der Hedgefonds Hayman Capital der Ansicht, dass GM einen Teil des nun wieder üppigen Barbestandes an die Investoren zurückgeben soll. Bis September 2013 konnte GM das 15. Quartal in Folge wieder mit Profitabilität glänzen. In dem Quartal erzielte GM auf dem US-Markt dank des ungebrochenen Booms einen operativen Gewinn von 2,19 Milliarden Dollar nach 1,7 Milliarden im Vorjahreszeitraum. Von Juli bis September verdiente GM im Konzern 698 Millionen US-Dollar, das zwar war weniger als die Hälfte des Vorjahresgewinns, dies war aber Sonderaufwendungen geschuldet.

Durch Steuergeld gerettet

Die US-Automobilindustrie konnte sich für 2013 die besten Verkäufe seit 2007 auf die Fahnen schreiben. GM hat im vergangenen Jahr weltweit 9,71 Millionen Fahrzeuge verkauft, 4 Prozent mehr als 2012. Dank robuster Märkte in den USA und China konnte GM die schwache Entwicklung in Europa ausgleichen, die dem Autobauer das ganze Jahr über zu schaffen machte. Der Absatz in Nordamerika legte um 7 Prozent auf 3,23 Millionen Fahrzeuge zu, vor allem getrieben durch die Nachfrage auf dem Heimatmarkt USA. Branchenbeobachter erwarten ein weiteres Jahr mit starken Autoverkäufen in den USA.

Der Wettbewerber Ford hatte seine Dividendenzahlung im ersten Quartal 2012 wieder aufgenommen. Kürzlich kündigte der Konzern an, dass die Quartalsdividende auf 12,5 Cents erhöht wird. Das sind 2,5 Cents mehr als zuvor. Ford hatte die Dividende 2006 gestrichen.

Das US-Finanzministerium hatte im Dezember seine letzten Anteile an General Motors verkauft. Damit ist eine der umstrittensten Rettungsaktionen der Finanzkrise beendet. Auf dem Höhepunkt der Krise vor knapp fünf Jahren hatte der amerikanische Staat 49,5 Milliarden Dollar in den Autobauer investiert und ihn so vor dem Bankrott bewahrt. Zwischenzeitlich gehörten der Regierung 60 Prozent der ausstehenden Aktien. Schrittweise wurden die Anteile dann wieder zurück an die Börse gebracht. Von dem investierten Geld konnte sich das Finanzministerium etwa 39 Milliarden Dollar zurückholen.

Quelle: n-tv.de, jga/DJ/rts

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