Wirtschaft
Montag, 20. Juni 2011

Erdgas statt Atomkraftwerke?: Gazprom denkt an Deutschland

Der energiepolitische Kurswechsel der Bundesregierung lockt schwergewichtige Investoren aus dem Ausland an. Nach dem Atomausstieg wittert auch der russische Energieriese Gazprom einträgliche Geschäfte. Der deutsche Strommarkt könnte dadurch endgültig aufbrechen: Gazprom will offenbar auch in die Stromerzeugung einsteigen.

Willkommenes Geschäft: Erdgas aus Russland soll den deutschen Atomstrom ersetzen.
Willkommenes Geschäft: Erdgas aus Russland soll den deutschen Atomstrom ersetzen.(Foto: REUTERS)

Der russische Konzern Gazprom erwägt nach eigenem Bekunden wegen der geplanten Energiewende in Deutschland den Einstieg in die Stromproduktion in der Bundesrepublik. Die Investitionen müssten jetzt beginnen, und Gazprom wolle nicht nur Lieferant sein, sagte der für die Exporte zuständige Manager Alexander Medwedew.

Nach dem beschleunigten Atomausstieg in Deutschland und damit in einer der wichtigsten Industrienationen Europas versuchen Analysten derzeit, die Perspektiven für Unternehmen nach dem Kurswechsel auszuleuchten. Neben dem Ausbau der erneuerbaren Energien gelten Erdgaskraftwerke aufgrund ihrer hohen Effizienzgrade und der vergleichsweise kurzen Bauzeit als die großen Gewinner der Fukushima-Wende.

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Anders als Windkraft oder Solarstrom verfügen Gaskraftwerke zudem über die für jedes Stromnetz unerlässliche Grundlastfähigkeit. Betreiber können sie außerdem je nach Bedarf zur Not auch kurzfristig anfahren oder abschalten. Und im Gegensatz zu Kohlekraftwerken ist die gesellschaftliche Akzeptanz vergleichsweise hoch.

Sauber, schnell, dauerhaft billig?

Man spreche bereits über die Beteiligung an Gaskraftwerken mit Eon, Wintershall, RWE und anderen unabhängigen Produzenten, hieß es aus Moskau.

Deutschland will bis spätestens 2022 aus der Kernenergie aussteigen. Unter anderem sollen Gaskraftwerke dafür sorgen, dass es zu keinen Engpässen bei der Stromversorgung kommt. Der Industriekonzern Siemens bietet Japan Ersatz an hatte Japan bereits kurz nach dem großen Erdbeben entsprechende Kraftwerke zum Kauf angeboten.

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Quelle: n-tv.de

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