Wirtschaft

Steuerreform als Ziel Gelingt Trump doch noch der Durchbruch?

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(Foto: REUTERS)

Die Wahrscheinlichkeit, dass US-Präsident Donald Trump eine Steuerreform durch den Kongress bringen kann, nimmt zu. Geht der Trump-Trade noch auf, und wer profitiert davon?

Erster Achtungserfolg für Donald Trump: Die Schuldenobergrenze von 20 Billionen Dollar konnte bis zum 8. Dezember ausgesetzt werden. Für alle überraschend einigte er sich nicht mit den Republikanern, sondern mit den oppositionellen Demokraten. Auch wenn die Obergrenze eigentlich ausgeweitet hätte werden müssen, weil die USA rund 900 Milliarden Dollar neue Schulden pro Jahr aufnimmt, wächst die Zuversicht, dass Trump bis zum Jahresende eine Steuerreform durch den Kongress bringen könnte. Damit würde die Wirtschaft angekurbelt werden, weshalb die Zinsen für zehnjährige US-Anleihen zuletzt gestiegen sind und sich der Dollar erholt hat. Zuletzt haben etliche Mitglieder von Trumps Regierung angekündigt, dass sie in der kommenden Woche, Pläne für eine Steuerreform vorlegen werden.

Wie weit werden die Steuern gesenkt?

Das dürfte dazu führen, dass Investoren ihre Portfolios umschichten, damit sie von einer möglichen Steuerreform profitieren. Zum Favoritenkreis gehören solche US-Unternehmen, die eine hohe inländische Steuerquote haben, da sie besonders kräftig von einer Steuerentlastung profitieren dürften. Ob es Trump allerdings gelingt, die Quote von 35 Prozent auf 15 Prozent wie geplant zu senken, ist fraglich. Denn eine solch starke Steuersenkung dürfte enorme Haushaltslöcher verursachen. Die Favoriten unter den US-Firmen dürften außerdem bei denen zu finden sein, die viel Bargeld im Ausland haben. Während des Wahlkampfs hatte Trump gesagt, dass er diesen Steuersatz auf nur mehr zehn Prozent senken wolle, um so die Unternehmen dazu zu bewegen, das Geld zu repatriieren. Laut einer Berechnung von Bloomberg haben die 50 Unternehmen aus dem S&P 500 mit den größten Cash-Bergen umgerechnet rund 925 Milliarden Dollar im Ausland.

US-Techwerte horten Geld im Ausland

Die Rangliste führt Apple mit weitem Abstand an. So besaß der iPhone-Hersteller zur Jahresmitte Bargeld und Wertpapiere im Wert von 261,5 Milliarden Dollar, davon waren 246 Milliarden im Ausland – das sind 94 Prozent. Die Fantasie bei der Apple-Aktie ist allerdings nach der Vorstellung des iPhone X etwas gesunken, nicht allein wegen des sehr hohen Preises von mehr als 1.000 Euro. Denn Apple hat in den vergangenen zehn Jahren im Halbjahr nach der Vorstellung eines neuen iPhones ein Plus von vier Prozent geschafft, im Halbjahr bis zur Präsentation des neuen Geräts waren es 16 Prozent. Ein großer Performanceunterschied, der das begrenzte Potenzial der Aktie widerspiegelt.

Dennoch gehört der iPhone-Hersteller zu den beliebtesten Basiswerten deutscher Anleger. "Apple ist neben Microsoft einer der umsatzstärksten US-Basiswerte für Derivate auf gettex". erklärt Manfred Schmid, Leiter der Handelsüberwachung der Börse gettex, dem populären Börsenplatz für Zertifikate und Hebelpapiere. Der Softwarehersteller Microsoft hat ebenfalls hohe Bestände an Bargeld und Wertpapieren im Ausland, sie summieren sich auf 133 Milliarden Dollar. Cisco rangiert mit rund 70 Milliarden Dollar knapp dahinter. Auf den nächsten Plätzen folgen Alphabet und Oracle, die ebenfalls erhebliche Investments im Ausland haben. Bei diesen Werten könnte der lang ersehnte Trump-Trade bald aufgehen.

Quelle: ntv.de