Wirtschaft

Internet-Blase rund um Facebook? Google sieht "klare Anzeichen"

In einem Interview mit einem Schweizer Wirtschaftsmagazin warnt einer der prominentesten Vertreter der US-Online-Branche vor einer neuen Internet-Blase: Vor allem die Begeisterung für Facebook ist Google-Chef Eric Schmidt offenbar ein Dorn im Auge. Beobachter vermuten strategische Absichten.

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Hat Google groß gemacht und kennt die Branche: Eric Schmidt.

(Foto: REUTERS)

Google-Chef Millionen für Google-Chef hält den Ansturm auf "kleinere" Internet-Unternehmen wie Facebook für übertrieben. "Da sind klare Anzeichen einer Blase", sagte Schmidt dem Schweizer Magazin "Bilanz". Aber die Bewertungen seien nun einmal, wie sie sind. Die Leute glaubten eben, dass diese Firmen in der Zukunft riesige Umsätze erreichen, meinte Schmidt.

Bei dieser Gelegenheit bekräftigte er zudem seine Absicht, weitere vier Jahre bei Google verdient prächtig zu bleiben. Schmidt wird Anfang April sein Amt als Konzernchef an Firmenmitgründer Larry Page übergeben und künftig den Posten des Verwaltungsratschefs bei Google übernehmen.

Wer bekommt Twitter?

Die Internet-Giganten Facebook und Google hegen einem Zeitungsbericht zufolge jeweils Pläne für eine Übernahme des rasant wachsenden Kurznachrichtendienstes Twitter. Wie das "Wall Street Journal" berichtete, haben die beiden Anwärter bereits auf niedriger Ebene und bislang ergebnislos erste Gespräche mit Twitter geführt. Dabei sei der Wert von Twitter auf rund 8 bis 10 Mrd. Dollar beziffert worden.

Vor diesem Hintergrund liegt es nahe, dass Schmidt möglicherweise auch strategische Überlegungen zu seiner Einschätzung der Lage bewegt haben könnten. Seine Äußerungen zur Bewertung von Internet-Unternehmen dürften die Marktsicht auf Facebook und Twitter zumindest kurzfristig beeinflussen.

Was kostet Facebook?

Unabhängig davon erwägt Facebook angeblich, seine Mitarbeiter zum Verkauf von Firmenanteilen an institutionelle Investoren zu bewegen. Medienberichten zufolge ergibt sich aus dem intern zur Diskussion stehenden Anteilspreis ein Unternehmenswert von etwa 60 Mrd. Dollar. Ein Sprecher des Unternehmens wollte den Bericht des einflussreichen Branchenblog "All Things Digital" nicht kommentieren.

Dort hieß es weiter, Facebook prüfe die Verkaufserlaubnis, weil eine Reihe von großen Institutionen Interesse an einem Einstieg bei dem Unternehmen angemeldet hätten. Die Autoren berufen sich dabei auf Informationen aus Unternehmenskreisen.

Am Markt gehen Beobachter mittlerweile davon aus, dass das Online-Netzwerk im kommenden Jahr an die Börse geht. Investoren reißen sich seit Wochen um eine Beteiligung an dem Netzwerk, das binnen weniger Jahre mehr als eine halbe Milliarde Nutzer gewonnen hat.

Quelle: n-tv.de, mmo/rts

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