Wirtschaft

Ordentliches Quartalswachstum Großbritannien erwartet bessere Zeiten

Der britischen Wirtschaft geht es wieder etwas besser. Das Bruttoinlandsprodukt steigt im dritten Quartal erneut. Allerdings hat das Vereinigte Königreich noch nicht das Niveau vor der Finanzkrise erreicht. Trotzdem sehen vielen noch keinen Grund für Euphorie.

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Warnung vor Euphorie.

(Foto: dpa)

Die britische Wirtschaft beschleunigt ihren Aufwärtstrend und is t im Sommer so stark gewachsen wie seit gut drei Jahren nicht mehr. Das Bruttoinlandsprodukt (BIP) stieg von Juli bis September um 0,8 Prozent zum Vorquartal, wie das Statistikamt in London mitteilte. Für Schwung sorgte der Dienstleistungssektor, der für fast 80 Prozent der Wirtschaftskraft steht. Bereits im Frühjahr hatte die Konjunktur um 0,7 Prozent angezogen.

Anfang des Jahres drohte Großbritannien noch in die Rezession zurückzufallen. Nun schaffte das Land - auch im Vergleich mit anderen Industrienationen - ein kräftiges Wachstum. "Die heutigen Zahlen sind ein weiterer Genesungsbeleg für den englischen Patienten", sagte NordLB-Ökonom Norman Rudschuck. Erstmals seit 2011 stieg das BIP drei Quartale hintereinander.

Analyst Samuel Tombs von Capital Economics geht zwar nicht von einer weiteren Beschleunigung aus. Er begründete dies mit dem Sparkurs der Regierung und damit, dass die Löhne langsamer stiegen als die Inflation. Mit wachsender Beschäftigung sei es aber unwahrscheinlich, dass die Erholung kräftig an Schwung verliere, betonte Tombs.

Rückenwind für Regierung Cameron

Fakt ist aber auch, dass Großbritannien anders als die meisten Industrieländer noch nicht wieder das Niveau vor der weltweiten Finanzkrise erreicht hat. Die Wirtschaftskraft hinkt 2,5 Prozent hinter dem Stand von Anfang 2008 hinterher. "Der Erholungspfad wird auch künftig kein leichter sein", so Rudschuck.

Dennoch sorgen die positiven Konjunkturdaten für Rückenwind für die konservativ-liberale Koalitionsregierung von Premierminister David Cameron. Denn sie muss sich der Kritik vom Internationalen Währungsfonds und der oppositionellen Labour-Partei erwehren, wegen der Sparpolitik zu wenig für die Wirtschaft zu tun. "Es bleiben viele Risiken, aber dank unseres Kurses hat die Erholung jetzt richtig Fahrt aufgenommen", sagte ein Sprecher von Finanzminister Georg Osborne.

Zieht die britische Wirtschaft an, kommt dies in der Regel auch Deutschlands Firmen zugute. Denn die Insel ist nach Frankreich und den USA der drittgrößte Markt für deutsche Exporte.

Quelle: n-tv.de, rts

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