Wirtschaft

Apple als Vorbild Gründer rät SAP zu eigenen Läden

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Hasso Plattner.

(Foto: picture alliance / dpa)

SAP soll nach dem Willen von Aufsichtsratschef Plattner Teile seiner Softwareprodukte künftig auch in eigenen Geschäften in Toplagen großer Städte anbieten. Der ehemalige Chef ist allerdings nicht nur mit dem Vertrieb unzufrieden: Auch die Software müsse nutzerfreundlicher werden.

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Der Gründer des Unternehmenssoftware-Konzerns SAP, Hasso Plattner, rät zum Aufbau eigener Läden. "Die Zukunft ist eine Kombination aus Verkauf und Beratung im Internet und Shops mit hoher Visibilität in den großen urbanen Zentren weltweit", sagte er der "Wirtschaftwoche". "Apple macht das, Burberry, jetzt auch Microsoft. Ich habe SAP schon vor Jahren gesagt, sie sollen über eine Shop-Idee nachdenken, auch wenn das für eine Firma mit Geschäftskunden schwierig ist."

Der SAP-Aufsichtsratschef kritisierte den gegenwärtigen Vertrieb des Software-Riesen: SAP habe einen Web-Store, der bisher nur eingeschränkt funktioniere, sagte er. Kunden könnten nur in den USA und in Kanada mit Kreditkarte online zahlen. "Das reicht nicht."

Die im badischen Walldorf ansässige SAP entwickelt überwiegend Software zur Steuerung von Unternehmensprozessen und konkurriert unter anderem mit Datenbankanbietern wie Oracle und Cloud-Software-Entwicklern wie Salesforce. 2012 setzte SAP 16,3 Mrd. Euro um. 2020 sollen die Erlöse auf mehr als 20 Mrd. Euro steigen, gut ein Zehntel davon soll mit Mietsoftware hereingeholt werden.

Fiori soll helfen

Die Software des Konzerns müsse zudem "dringend" benutzerfreundlicher werden, forderte Plattner. Sonst würden wichtige Kunden abspringen. "Unser langjähriger Kunde Nestlé hat damit gedroht, dass sie künftig in der Benutzeroberfläche mit unserem US-Wettbewerber Salesforce zusammenarbeiten", sagte Plattner.

Insbesondere die Spesenabrechnung und die Urlaubsverwaltung von SAP seien Programme, mit denen etwa vier von fünf Mitarbeitern in einem Unternehmen arbeiteten. "Und die ärgern sich, wenn derart einfache Transaktionen nicht einfach zu bedienen sind." Um das zu ändern, arbeitet SAP an einer benutzerfreundlichen Oberfläche namens Fiori. Hier würden "Antworten auf Fragen und Entscheidungen einfach, anschaulich, übersichtlich und intuitiv leicht gemacht", so Plattner.

Plattner hatte SAP (Systems, Applications, Products) 1972 mit anderen ehemaligen IBM-Mitarbeitern zusammen gegründet. Er war bis 2003 Chef und ist jetzt Vorsitzender des Aufsichtsrats.

Quelle: n-tv.de, jga/rts/AFP

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