Wirtschaft

US-Senat sieht Geldwäsche HSBC hat ein Problem

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Die HSBC sieht sich schweren Vorwürfen ausgesetzt.

(Foto: REUTERS)

Ein neuer Bankenskandal in Großbritannien: Die Großbank HSBC soll über Jahre Geldwäsche unterstützt haben. Mit Barclays steht eine weitere wichtige Bank in der Kritik.

Nach Geldwäsche-Vorwürfen hat die britische Großbank HSBC Fehler eingeräumt und zugesichert, die Missstände zu beheben. Teilweise seien die von den Aufsehern und Kunden erwarteten Standards nicht eingehalten worden, hieß es in einer Erklärung für einen US-Senatsausschuss. "Wir werden uns entschuldigen und unsere Fehler eingestehen." Nach einjähriger Untersuchung hatte der Ausschuss festgestellt, dass das Institut Kunden über Jahre half, fragwürdige Gelder aus Ländern wie Mexiko, dem Iran, Saudi-Arabien oder Syrien zu transferieren. Der Bank droht eine Milliarden-Strafe. Mit David Bagley kündigte der für die interne Überwachung zuständige Top-Manager seinen Rücktritt an.

Der Fall HSBC wird in Großbritannien als weiterer Schlag für die Branche gewertet, die für das Land so wichtig ist. Mit Barclays ist eine weitere der vier großen britischen Banken wegen Manipulationen beim Libor-Zinssatz massiv in der Kritik. Die beiden anderen Großbanken, Royal Bank of Scotland und Lloyds, mussten in der Finanzkrise teilverstaatlicht werden.

Die schweren Anschuldigungen kommen für HSBC daher zu einem denkbar ungünstigen Zeitpunkt. "Für die Bank ist die wichtigste Konsequenz, dass sie nun unter extrem scharfer Beobachtung steht - wie unter einem Mikroskop. Und das zu einer Zeit, wo weltweit Politiker Banken zu Sündenböcken machen", schrieben Analysten der italienischen Bank Mediobanca. Nach ihrer Einschätzung muss sich HSBC auf eine Strafe von einer Milliarde Dollar einstellen. An der Börse fiel die Reaktion verhalten aus: Die Aktie verlor 1,7 Prozent.

Bank wickelt Kaiman-Konten ab

Die Bank kündigte an, in einer Anhörung vor den Senatoren ihre Entschlossenheit demonstrieren zu wollen, die Missstände zu beheben. Das Institut sei dabei, Tausende von Konten auf den Kaimaninseln zu schließen.

HSBC-Topjurist Stuart Levey nannte die rasante Expansion als Hauptursache für den offenbar laxen Umgang mit Vorgaben. Durch eine dezentrale Managementstruktur seien die Standards nicht einheitlich umgesetzt worden. Senator Carl Levin sagte, "die Firmenkultur war bei HSBC über einen großen Zeitraum tiefgreifend belastet."

Dem Senats-Bericht zufolge transferierte die mexikanische HSBC-Niederlassung allein in den Jahren 2007 und 2008 sieben Milliarden Dollar an die Zweigstelle in den USA. Mexikanische und amerikanische Behörden hätten HSBC gewarnt, dass ein derartiger Geldbetrag nur mit Hilfe des Drogenhandels zusammengekommen sein könne.

Kritik äußerten die Senatoren auch an der Aufsichtsbehörde OCC, die unter anderem für die Filialen ausländischer Banken in den USA zuständig ist. Trotz zahlreicher Hinweise seien die Aufseher nicht gegen HSBC vorgegangen. So habe sich die Geldwäsche zu einem massiven Problem ausgeweitet. Dem Institut selbst wurde vorgeworfen, die bankeigenen Kontrolleure seien unfähig gewesen, gegen verdächtige Transaktionen vorzugehen. So habe es in der zuständigen Abteilung eine hohe Personalfluktuation gegeben.

Quelle: n-tv.de, jga/rts/dpa

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