Wirtschaft

Mehr als zehn Prozent im Minus Hapag-Aktien stürzen nach Gewinnschock

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Die schwache Entwicklung der Frachtraten belasten das Ergebnis des Hamburger SDax-Unternehmens.

(Foto: REUTERS)

Der Preiskampf in der Schifffahrt macht der Hamburger Reederei Hapag-Lloyd zu schaffen: Die Konzernleitung erwartet deutlich weniger Gewinn und stampft die Ziele für das laufende Jahr ein. Die Anleger des Börsenneulings reagieren entsetzt.

Eine Gewinnwarnung bescherte der im SDax notierten Aktie der Container-Reederei Hapag-Lloyd zum Wochenstart einen herben Einbruch: Um mehr als zehn Prozent ging es im Tief nach unten bis auf 16,73 Euro. Das Papier wird erst seit vergangenem November an der Börse gehandelt und debütierte damals  zu einem Preis von 20,05 Euro. Nach dem bisherigen Rekordhoch bei 22,20 Euro kurze Zeit später sind es mittlerweile wieder fast ein Viertel weniger.

Happag-Lloyd
Hapag-Lloyd 74,20

Der Preiskampf in der Schifffahrt durchkreuzt die Gewinnpläne von Hapag-Lloyd. Wegen einer deutlich schlechteren Entwicklung der Frachtraten werde das Ergebnis vor Zinsen und Steuern (Ebit) in diesem Jahr "deutlich" sinken, hatte das Unternehmen überraschend mitgeteilt. Bisher war Vorstandschef Rolf Habben Jansen von einer deutlichen Steigerung ausgegangen.

"Vor allem die Aussage, dass die jüngste Erholung der Frachtraten nicht nachhaltig sein könnte, ist Gift für den Kurs", kommentierte ein Börsenhändler die Mitteilung. Nun müsse man mit Blick auf die Frachtraten in den kommenden Monaten erheblich vorsichtiger sein, was Spuren im Aktienkurs hinterlassen dürfte.

Zusammenschluss mit UASC belastet zusätzlich

Neben dem Preisverfall im Containergeschäft hätten im zweiten Quartal zusätzlich steigende Treibstoffpreise aufs Ergebnis gedrückt, begründete das Hapag-Lloyd-Management außerdem die gekappte Jahresprognose. Zudem werde der geplante Zusammenschluss mit der arabischen Reederei United Arab Shipping Company (UASC) Einmalbelastungen mit sich bringen.

Der Zusammenschluss mit UASC ist einen wichtigen Schritt weiter gekommen, wie Hapag-Lloyd außerdem mitteilte. Die entsprechenden Verträge zur Gründung der weltweit fünfgrößten Reederei seien unterzeichnet worden. Die Fusion mit UASC soll bis Ende 2016 vollzogen sein. Hapag-Lloyd bleibt ein in Deutschland registriertes, börsennotiertes Unternehmen mit Hauptsitz in Hamburg.

Quelle: n-tv.de, kst/dpa/DJ