Wirtschaft

Expertenkommission gefordert IG Metall setzt Ultimatum

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Der Ton im Metall-Tarifkonflikt wird rauer.

(Foto: picture alliance / dpa)

Urabstimmung und Streik: Im Tarifkonflikt der Metall- und Elektroindustrie könnte beides früher anstehen als gedacht, denn die IG Metall prescht erneut vor und setzt die Arbeitgeber mit einer neuen Frist unter Druck. Bis dahin fordert die Gewerkschaft Einigung bei strittigen qualitativen Tarifpunkten. Eine Expertenkommission soll helfen.

In den festgefahrenen Tarifverhandlungen in der Metall- und Elektroindustrie zieht die IG Metall ihr Ultimatum um eine Woche auf den 15. Mai vor. Sollte es an dem Tag keine Einigung über die strittigen qualitativen Themen geben, werde in den Tarifkommissionen über Urabstimmung und Streik nachgedacht, sagte der baden-württembergische IG-Bezirksleiter Jörg Hofmann nach der vierten Tarifrunde. Man wolle keinen Arbeitskampf. "Das entscheidet sich in sieben Tagen."

Eine Expertenkommission soll zudem Wege aus dem Tarifkonflikt weisen. Das mit betrieblichen Praktikern besetzte Gremium solle bis zur nächsten Verhandlungsrunde am 15. Mai Lösungsvorschläge erarbeiten, hieß es von beiden Seiten.

Die IG Metall fordert für die 3,6 Millionen Beschäftigten der Branche in Deutschland 6,5 Prozent mehr Geld. Zusätzlich will die Gewerkschaft die unbefristete Übernahme der Auszubildenden. Weiter soll der Betriebsrat beim Einsatz von Leiharbeitern mitbestimmen. Die Arbeitgeber hatten bisher drei Prozent in einem Tarifvertrag mit einer Laufzeit von 14 Monaten angeboten. In Baden-Württemberg gab es schon zahlreiche Pilotabschlüsse, die von den anderen Bezirken übernommen wurden.

Warnstreiks gehen weiter

Hofmann sagte, komme man bei den beiden qualitativen Themen nicht zu einer Einigung, sei es sinnlos, noch am 22. Mai über die Lohnforderung zu sprechen. "Da drehen wir nicht noch eine Ehrenrunde." Südwestmetall-Chef Rainer Dulger warf der IG Metall vor, sich weiter nicht bewegen zu wollen. Eine Expertenkommission solle in den kommenden Tagen noch einmal die strittigen Punkte beleuchten. Er verspreche sich davon eine Menge "und auch einen Durchbruch", gab sich Dulger optimistisch.

Vor der vierten Runde in der bisher festgefahrenen Verhandlungen waren nach Gewerkschaftsangaben mehr als 60.000 Metaller vorwiegend in Nordrhein-Westfalen und Baden-Württemberg in einen Warnstreik getreten. Darunter 5000 bei Ford in Köln. Seit Ablauf der Friedenspflicht am 28. April hatten aus Protest gegen die bisherige Verhandlungsführung der Arbeitgeber mehrere hunderttausende Beschäftigte in allen Bezirken mit Kundgebungen und Demonstrationen die Arbeit niederlegt

Quelle: ntv.de, rts/dpa