Wirtschaft

"Beispielloser und komplizierter Prozess" IWF nimmt US-Notenbank in die Pflicht

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Der IWF sieht die US-Notenbank vor einer komplizierten Aufgabe.

(Foto: REUTERS)

Mit Anleihenkäufen in Milliardenhöhe und niedrigen Zinsen stützt die US-Notenbank die Finanzmärkte. Schon Überlegungen der Fed zum Drosseln der Hilfen sorgen für Turbulenzen. Der IWF fordert zum Erhalt der Stabilität klare Aussagen.

Der Internationale Währungsfonds (IWF) sieht die globalen Finanzmärkte angesichts des Wandels zu einer strengeren Geldpolitik bei der US-Notenbank vor einer harten Probe. "Dieser Prozess wird beispiellos und kompliziert", sagte der Chef der IWF-Kapitalmarktabteilung, José Viñals. Die Federal Reserve (Fed) müsse ihren langsamen Abschied von der Politik der extremen Niedrigzinsen "klar und zeitlich abgepasst" kommunizieren und an die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen knüpfen. Andernfalls könne es vor allem in den Schwellen- und Entwicklungsländern zu Turbulenzen auf den Finanzmärkten kommen.

Weil schon laut geäußerte Überlegungen der Fed, ihre laufenden massiven Anleihekäufe einzuschränken, seit dem vergangenen Mai zu einem deutlich Abfluss von Kapital aus den aufstrebenden Ländern geführt hätten, gebe es Gründe für "Sorgen über die Finanzstabilität" dort, sagte Viñals. Zugleich sei weltweit die Risikobereitschaft von Investoren gesunken, heißt es im Finanzstabilitätsbericht. Insgesamt herrsche mehr als bisher die Gefahr von Liquiditätsengpässen.

Schattenbanken könnten Schwierigkeiten bekommen

Die Fed erwirbt derzeit monatlich für 85 Milliarden Dollar (63 Milliarden Euro) Staatsanleihen und Immobilienpapiere, um so die Zinsen weiter zu drücken und Investitionen zu erleichtern. Zudem hält sie den Leitzins seit Ende 2008 auf dem historischen Niedrigstand zwischen 0 und 0,25 Prozent. Seit Monaten erwarten Experten, dass die Fed auf einen weniger expansiven geldpolitischen Kurs umschwenkt.

"Die langfristigen Zinsen könnten über das Ziel hinausschießen", sagte Viñals. Dadurch könnten etwa auch sogenannte Schattenbanken in Schwierigkeiten geraten. Dabei handelt es sich um Einrichtungen, die nicht wie Banken reguliert werden, aber auch Kredite vergeben und ähnlich hohe Risiken anhäufen können.

Weitgehend positive Worte findet der Stabilitätsbericht hingegen für die Eurozone. "Umgesetzte Reformen auf nationaler Ebene und wichtige unternommene Schritte zu einer verbesserten Architektur der Währungsunion" hätten sowohl den Staatshaushalten als auch den Banken viel Druck genommen, heißt es. Dennoch würden Kredite wegen der fragmentierten Finanzmärkte noch nicht frei genug fließen.

Nicht alle Probleme in Eurozone gelöst

Ungelöst sei das Problem in den angespannten Volkswirtschaften Italien, Portugal und Spanien, dass der Firmensektor überschuldet sei. Etwa ein Fünftel der gesamten Kreditsumme dort sei untragbar, könne also wohl nicht zurückbezahlt werden. Dass schade den Banken, die Gewinne und in einigen Fällen sogar Kapital verlieren könnten. Dagegen müsse mit politischen Maßnahmen vorgegangen werden. Unerlässlich bleibe eine Bankenunion.

Klare Worte findet der IWF für Japan. Das asiatische Land müsse seine expansive Geldpolitik mit versprochenen Haushalts- und Strukturreformen verknüpfen. Andernfalls seien "erheblich Risiken für die Finanzstabilität" die Folge.

Quelle: ntv.de, jwu/dpa

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