Wirtschaft

Stärkster Sprung seit 1990 Ifo-Geschäftsklima aufgehellt

Die Stimmung in der deutschen Wirtschaft verbessert sich im Juli extrem. Der entsprechende Geschäftsklimaindex wächst so stark wie noch nie seit der Wiedervereinigung. "Die deutsche Wirtschaft ist wieder in Partylaune", meint Ifo-Präsident Hans-Werner Sinn.

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Die Unternehmen schätzten sowohl die Aussichten für die kommenden Monate als auch die Lage deutlich besser ein als zuletzt.

(Foto: picture alliance / dpa)

Die Stimmung in den Chefetagen der deutschen Wirtschaft hat sich im Juli so stark verbessert wie noch nie seit der Wiedervereinigung. Der Ifo-Geschäftsklimaindex stieg überraschend auf 106,2 Punkte von 101,8 Zählern im Vormonat, teilte das Münchner Institut für Wirtschaftsforschung (Ifo) mit. Damit errecichte der Index den höchsten Stand seit drei Jahren. "Die deutsche Wirtschaft ist wieder in Partylaune", sagte Ifo-Präsident Hans-Werner Sinn.

Analysten hatten im Schnitt mit einem Rückgang auf 101,6 Zähler gerechnet. An den Börsen sorgte das Ergebnis deshalb für kräftige Kursaufschläge. Der Euro stieg nach Bekanntgabe der Daten über die Marke von 1,29 Dollar. Der deutsche Aktienindex DAX baute seine Gewinne aus.

Abkühlung erwartet

"Das ist eine Wahnsinnszahl", sagte Commerzbank-Experte Ralph Solveen. "Das sind bombige Zahlen, unglaublich was da abgeht", jubelte auch Dekabank-Experte Andreas Scheuerle. "Diese ganz tolle Zahlen unterstreichen, dass die deutsche Konjunktur im Moment im europäischen Vergleich richtig gut läuft."

Die 7000 befragten Unternehmen schätzten sowohl die Aussichten für die kommenden sechs Monate als auch die Lage deutlich besser ein als zuletzt. Das Barometer für die Erwartungen stieg um drei Zähler auf 105,5 Punkte. Das Lage-Barometer kletterte sogar um 5,6 auf 106,8 Punkte.

Die meisten Analysten sagen für das laufende dritte Quartal allerdings eine Konjunkturabkühlung voraus. Sie rechnen mit einem Wachstum des Bruttoinlandsproduktes von 0,5 Prozent - nach 1 Prozent im Frühjahrsquartal. "Wir werden nicht in diesem Tempo weiterfahren können, dann würde der Motor heißlaufen", sagte Scheuerle. "Die Konjunktur schaltet im zweiten Halbjahr einen Gang zurück, bricht aber nicht ein."

Quelle: ntv.de, rts