Sinkender Bierkonsum Immer mehr Brauereien schließen - niedrigster Stand seit 2016

Das Sterben von Brauerei in Deutschland geht weiter. Sinkender Bierkonsum und hohe Kosten setzen den Traditionsunternehmen zu. In mehreren Bundesländern bricht der Bierabsatz ein - mit Folgen für zahlreiche Betriebe.
In Deutschland gibt es so wenige Brauereien wie seit 2016 nicht mehr. Ihre Zahl sank 2025 um 53 auf 1415 und damit das dritte Jahr in Folge, wie das Statistische Bundesamt mitteilte. Im Vergleich zum langjährigen Höchststand mit 1552 Brauereien aus dem Jahr 2019 waren es sogar 137 Brauereien weniger.
"Dieser Trend dürfte auch auf den sinkenden Bierabsatz zurückzuführen sein", so die Statistiker. Im vergangenen Jahr verkauften die Brauereien und Bierlager in Deutschland nur noch rund 7,8 Milliarden Liter Bier - das waren 6,0 Prozent weniger als im Jahr zuvor und 15,7 Prozent weniger als 2019. Zwar steigt die Nachfrage nach alkoholfreiem Bier, das kann aber die Mengenverluste beim herkömmlichen Bier nicht ausgleichen.
"Die deutsche Brauwirtschaft befindet sich in einer wirtschaftlich herausfordernden Phase", sagte der Hauptgeschäftsführer des Deutschen Brauer-Bundes, Holger Eichele. Zwar habe es im Juni mit einem Absatzplus von 5,2 Prozent einen Lichtblick gegeben. "Von einer Trendwende kann jedoch keine Rede sein." Die Branche kämpfe weniger mit einer kurzfristigen Absatzdelle als mit einer strukturellen Zäsur.
Das anhaltend schwache Konsumklima infolge wirtschaftlicher und politischer Unsicherheiten treffe die Brauereien ebenso wie die demografische Entwicklung. "Gleichzeitig stellen die Brauereien fest, dass insbesondere jüngere Erwachsene im Durchschnitt weniger Alkohol konsumieren als frühere Generationen", sagte Eichele. Ähnlich wie bei Gastronomie und Handel würden die hohe Inflation und die schlechte Verbraucherstimmung voll durchschlagen.
Bayern blieb 2025 mit 588 Betrieben das Bundesland mit der höchsten Zahl an Braustätten, gefolgt von Baden-Württemberg mit 190 und Nordrhein-Westfalen mit 131 Brauereien. In den meisten Bundesländern sank die Zahl der Brauereien, mit Ausnahme von Mecklenburg-Vorpommern und Sachsen-Anhalt. Auch gab es in den meisten Bundesländern zuletzt weniger Brauereien als im Rekordjahr 2019. Die deutlichsten Rückgänge verzeichneten Bayern (von 648 auf 588 Brauereien) und Nordrhein-Westfalen (von 162 auf 131 Brauereien).
Mehr als die Hälfte der Brauereien in Deutschland sind kleine Betriebe, die maximal 100.000 Liter jährlich erzeugen. Zur größten Klasse mit mindestens 200 Millionen Litern gehörten im vergangenen Jahr acht Brauereien. "Die Zahl der Brauereien ging über nahezu alle Größenklassen hinweg zurück", so die Statistiker.