Wirtschaft

Schlecker-Pleite Insolvenzverwalter legt los

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Jetzt geht die Arbeit vor Ort los.

(Foto: dpa)

Arndt Geiwitz ist vorläufiger Insolvenzverwalter der Drogeriekette Schlecker mit ihren mehreren zehntausend Mitarbeitern. Der 42-Jährige will nun erstmal prüfen, ob genügend Insolvenzmasse vorhanden ist. Das Gericht gehe aber davon aus, hieß es.

Bei Schlecker macht sich der Insolvenzverwalter an die Arbeit: Der erfahrene Insolvenzanwalt Arndt Geiwitz nahm seine Tätigkeit in der Konzernzentrale im schwäbischen Ehingen auf, wie Schlecker mitteilte. Am Morgen hatte die Drogeriemarktkette beim Amtsgericht Ulm offiziell die Insolvenz beantragt.

Der 42-Jährige aus Neu-Ulm wurde vom Gericht zum vorläufigen Insolvenzverwalter bestimmt. Er sei "zuversichtlich", dass die Geschäfte "kurzfristig" uneingeschränkt weitergeführt werden könnten, sagte Gleiwitz. Bereits am Dienstag werde er in die "Gespräche mit den Lieferanten einsteigen".

Schlecker strebt den Erhalt des Unternehmens, eines großen Teils des Filialnetzes und damit auch der Arbeitsplätze an und hat daher die sogenannte Planinsolvenz beantragt. Damit können Gesellschafter und Management weiter über das Unternehmen  bestimmen. Die Gläubiger müssen freiwillig auf einen Teil ihrer Forderungen verzichten.

Für und wider der Planinsolvenz

Der Einkaufsverbund Markant, einer der wichtigsten Gläubiger des Unternehmens, meldete laut "Financial Times Deutschland" aber bereits Bedenken gegen die Pläne der Drogeriekette an, sich per Planinsolvenz in Eigenverwaltung zu sanieren. Der Verbund habe dem Ulmer Gericht bereits seine Bedenken signalisiert, berichtete die Zeitung.

Die Gewerkschaft Verdi sprach sich hingegen für die  Planinsolvenz aus. Diese sei "möglicherweise besser, weil sie auf den Fortbestand des Unternehmens ausgerichtet ist", sagte die Verdi-Handelsexpertin Stefanie Nutzenberger der "Passauer Neuen Presse". Ziel sei "auf jeden Fall der Fortbestand des Unternehmens und daran ausgerichtet der Erhalt möglichst vieler Arbeitsplätze".

Insolvenzverwalter Geiwitz erklärte, er werde Arbeitnehmervertreter und Gewerkschaften weiterhin "kooperativ einbeziehen". Familie, Management und er selbst sähen sich "den tarifvertraglichen Regelungen verpflichtet". Ein Sprecher des Amtsgerichts Ulm sagte, wann das Insolvenzverfahren offiziell eröffnet werde, sei noch unklar.

Geiwitz sei ein renommierter Fachmann im Insolvenzrecht, der bereits "viele große Fälle" betreut habe, erklärte der Ulmer Insolvenzrichter Benjamin Webel. Er leitete die Sanierungen etwa der Kögel-Fahrzeugwerke, der Autovermietung Budget Deutschland oder der Platzhaus Fertighäuser, wie Schlecker mitteilte.

Schlecker macht seit mindestens drei Jahren Verluste. Mitte 2011 verfügte die Kette nach eigenen Angaben noch über rund 7500 Drogeriemärkte in Deutschland. In ganz Europa gab es demnach etwa 11.000 Filialen. Die Zahl der Mitarbeiter gab Schlecker europaweit  mit rund 47.000 an, davon laut der Gewerkschaft Verdi mehr als 30.000 in Deutschland.

Quelle: n-tv.de, sla/AFP

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